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Beim Ü70-Ringelpietz steppt der Bär und nicht nur der [ vom 19.12.2017 ]


Die MonkeyBar in Cape Coral
Die Alten, also die Alten, die haben es ja sowas von drauf! Zu dieser Grunderkenntnis muss kommen, wer in Florida in Cape Coral die MonkeyBar besucht. Und das tut nur der, der weiß, was hier abläuft. Die Bar, eine überdachte ,übergroße Veranda, steht nicht gerade in der schönsten Ecke von Cape Coral und wirkt, als wären die besseren Zeiten schon mindestens 40 Jahre her. Letzteres gilt auch für das Publikum, das sich an Donnerstagen rund um die überdimensionierte Bar, umrundet von einfachsten Holztischen und Gartenstühlen, ansammelt. Ab 6 Uhr Nachmittag, wenn in der MonkeyBar noch 2 Stunden die Happy Hour gilt, gibt’s dann nämlich den Karaoke-Abend, den aber die beiden Profi-Sänger Petersen und Johnson fast ganz alleine bestreiten. Ist auch egal, denn an diesem Abend wird geschwoft, gedreht, gerockt, bis der Arzt kommt. Beide Sänger sind trotz ihres fortgeschrittenen Alters wirklich gut ( da gibt’s dann schon mal eine 10-minütige Blues Brothers- Gesangs- und Tanzeinlage), werden aber von den Tänzern vor ihrer Bühne, die wirkt , als sei sie gestern erst aus Paletten zusammengenagelt worden, locker übertroffen.
Da ist die Alte mit dem Krückstock, nach einer Zwischenmoderation von Petersen über 85 Jahre alt, die nun schon seit über 40 Minuten sich dreht und jauchzt. Da ist auch dieser Sammy Davies jr.-Typ mit vorstehendem Kinn, fetter Goldkette mit Amulette über dem beigen Rollkragenpullover (!! Bei 25 Grad Außentemperatur) und dürren Beinchen in der ebenfalls beigen groben Stoffhose, die zwar deutlich langsamer als der Rhythmus, bewegungstechnisch aber eindeutig als „Rock“ identifizierbar, ihre Schritte tun. Petersen stellt ihn als über 102 Jahre alt vor, was aber keiner glauben mag. Dafür sind die gegelten Haare zu braun und die 70iger Jahre-Sonnenbrille läßt keinen Blick auf Augen nebst umgebende Falten zu. Da ist auch noch ein hagerer großer Kerl, der eine Dame nach der anderen zum Schwof aufs Parkett lotst, gegen den die Eintänzer spielenden Jack Lemon und Walter Matthau wie unerfahrene Jungspunde wirken würden.
Auch an den Tischen wird gejohlt, geklatscht und gestampft. Mancher Gast schüttet sich dabei einen Drink nach dem anderen ins Gesicht, zum Teil so geschickt, dass die Kippe lässig im Mundwinkel verbleiben kann. Ja , geraucht wird hier noch in vollen Zügen, eine an der letzten noch angeglüht, als gäbe es kein Morgen mehr. Das hinterlässt in einigen Gesichtern hunderte von tiefen Hautfalten. Würde man hier die Falten auseinanderziehen, müsste die Haut auch noch für zwei weitere Gesichter reichen. Frederico Fellini hätte an der MonkeyBar seine wahre Freude gehabt. Das Casting für seine skurrilsten Filme hätte sich auf einen Abend beschränken können.
Achja, die Drinks sind übrigens sehr, sehr gut. Das gilt auch für die Küche, die sich einen Hauch auf Italienisch gibt, vom „Grouper Caprese“, einem Fisch mit Pesto-Kruste, Mozarella und Tomaten für 19,95 USD bis zum „Chicken Alfredo Carbonara“ , einem Nudelgericht mit Hühnchenbrust, Tomaten, Speck und Erbsen in einer Knoblauchsoße für 16,95 USD. Es darf hier aber auch der klassische Burger sein oder die Barbecue-Ribs, die- wie auf der Speisekarte angekündigt – so zart sind, dass das Fleisch von alleine vom Knochen fällt.
Die MonkeyBar ist daher ein echtes „Must“ am Golf von Mexiko. Den Namen hat die Bar übrigens, weil überall Plüschaffen in jeder Größe herumsitzen oder –hängen, sicher aber auch, weil hier einige einen satten Affen mit nach Hause nehmen.
MonkeyBar, 1428 Lafayette St, Cape Coral, Florida. Keine Webseite bekannt
Redakteur: bo Quelle: eigen

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