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Foto by: Hinze, großzügige Villen
Foto by: Hinze, Blick über die Reisfelder

Massage ist nicht gleich Massage [ vom 29.01.2016 ]

SAI SPA München testet weltweit, Folge 1: Bali Jiwa Villa, Bali/Indonesien
Bali – der "Ballermann" für die Australier? An den Stränden vielleicht. Aber im Inselinneren gibt es Raum für herrlich-entspannte Entdeckungen: das "Bali Jiwa Villa" nahe Ubud gehört dazu. "Einer der schönsten Plätze für eine Massage", da sind sich die "Sai Spa München"-Betreiber Kannika Homnan und Peter Hinze einig.
Bali? Da verfällt der gestresste Mitteleuropäer gern in den „Eat.Love.Pray.“-Modus, verliert vor lauter Schwärmerei den (Strand)-Boden unter den Füßen und sucht im lauen Abendwind ob exotischer Düfte nach Orientierung. Aber nüchtern betrachtet bleibt auch für die vermeintliche Trauminsel festzuhalten: Frust und Freude können auf dem „Mallorca der Australier“ so dicht beieinanderliegen, da möchte man auf der Suche nach der „perfekten Massage“ schon nach kurzer Zeit rufen: "Nur mit dem großen Geldbeutel und im 5-Sterne-Hotel zu haben". Ein Fehler, finden Kannika Homnan und Peter Hinze vom SAI SPA München, denn Bali bietet noch immer genügend authentische Plätze für grandiose und bezahlbare Massage-Erlebnisse!
Knapp 10 Kilometer, 1,5 Stunden dauert die Taxifahrt zwischen den beiden weltberühmten Strandmetropolen Seminyak und Kuta. Dagegen ist der Mittlere Ring in München selbst zur Rushhour eine Schnellstraße. Bali kann – wie das europäische Gegenstück Mallorca auch – an der falschen Stelle einfach die falsche Insel sein und statt Urlaubsfreude nur Urlaubsfrust erzeugen. Am nächsten Tag, nur gut eine Autostunde und keine 50km entfernt, ist Bali genau der richtige Ort. Kein Zweifel! Die Adresse: Bali Jiwa Villa, Desa Kelusa, Payangan, 15 Min. von Ubud.
Hier in der ländlichen Abgeschiedenheit (ja, es gibt sie noch!) zeigt sich: Die perfekte Massage ist nur perfekt, wenn auch die Location perfekt ist. Wenn die Umgebung/Atmosphäre nicht stimmt, dann lässt sich die beste Massage nicht entspannt genießen. 60% Massage, 40% Atmosphäre = 100% Genuss. So unsere Formel. Na ja, Massage-Puristen (und Physiotherapeuten mit kassenärztlicher Zulassung) werden widersprechen. Akzeptiert, aber wir bleiben der Meinung: Massage spielt sich bei sehr vielen Gästen vor allem auch "im Kopf ab". Neben der reinen Massage sind Nähe, Wärme und Atmosphäre gesucht. Und das „Bali Jiwa Villa“ ist ein exzellentes Beispiel für diese 100%-Genuss-Formel: Es gibt hier kein luxuriöses Spa, es gibt keine Therapeutinnen, die nebenan warten; es gibt keine Schokolade, kein Goldstaub, kein Ying, kein Yang, kein Hotstone- oder Peeling-Schnickschnack auf der Massage-Menükarte. Was es aber gibt: Authentizität, Natur, Feeling und Therapeutinnen, die Massage als (Über)Lebensaufgabe praktizieren. Die nicht jedes Jahr von einem ins nächste 5-Sterne-Hotel weiterziehen, nur um endlich einen halbwegs akzeptablen Verdienst zu erlangen. Ihre Heimat ist hier im nächsten Dorf; sie kennen das Land und sie kennen die Menschen. Kelsua ist ihre Heimat.
Die Umgebung ist stimmig: zwei private, aber durchaus bezahlbare Villen, balinesisch-geprägtes Contemporary-Design; privater Pool; und ein Blick, der schon mal Kurzatmigkeit verursachen kann: vorne die grünen Reisfelder, hinten der Vulkan Arung (2567m.). Dazwischen haufenweise Wolkentürme, die den blauen Himmel zu ihrer Spielwiese machen.
Der Wunsch nach einer Massage wird problemlos am Morgen beim Frühstück platziert und wenig später bestätigt. Zeitwahl kein Problem, Therapeutin für den Herrn, Therapeut für die Dame. Beide erscheinen am Nachmittag überpünktlich und in typisch-asiatischer Anmut. Aber nicht in Unterwürfigkeit, wie oftmals in den internationalen Luxushotels. Hier in Kelusa begegnen sich Gast und TherapeutIn auf gleicher Ebene. Sehr angenehm, aber selten in Asien. Die Massageliegen werden je nach Wunsch platziert, im geräumigen Zimmer selbst oder (was viel besser ist) auf der Terrasse neben dem Infinity-Pool. Das Massage-Menü ist überschaubar: klassische Massagen, solide praktiziert und leicht auf europäische Bedürfnisse abgestimmt. Der Massagedruck ist zunächst europäisch-moderat, doch wir lieben es kräftiger – kein Problem. Es folgt schnell einer dieser Momente, wo der Genuss zur höchsten Entspannung führt. Bali erfüllt an diesem Nachmittag alle Klischees: Sanfte Hände, sanfte Brise und Stille, nichts als Stille – bis mal ein Hundgebell im nahen Dorf die Realität wachrüttelt. Wo gibt es einen solchen Massage-Thron: Von der weißbedeckten Liege fällt der Blick zunächst auf Reisterrassen, wo ein Bauer mit breitem Lächeln und Harke winkt, und am Horizont ragt der Arung durch die Wolkendecke. Perfekt.

Natürlich wird der Kritiker jetzt schnell fragen: Kann doch nicht alles gut sein, da draußen auf dem Land? Vielleicht sogar noch mit Massage-Öl der Marke „Home Made“? Okay, hier kommt der „Haken“: Es soll schon vorgekommen sein, dass sich die Therapeutin verspätet hat oder gar nicht kam. Doch im grünen Herzen von Bali wird niemand ihre Gründe in Frage stellen: Am schmalen Feldweg zum Bali Jiwa Villas liegt ein Friedhof. Einheimische sehen (und fühlen) hier oft, dass die Geister Verstorbener unterwegs sind. In solchen Fällen gibt es für die Lokalbevölkerung nur eine Alternative: umkehren, niemals weiterfahren! Und dann bleibt die Massage-Liege halt leer. Kein Problem, dann bleibt dem Gast aus fernen, geisterlosen Ländern der Pool als entspannte Alternative. Geister geistern auch auf Bali nicht ewig. Es gibt einen neuen Tag und es gibt ohne Probleme einen neuen Massage-Termin. Es ist die private Atmosphäre, die sich schnell beruhigend auch auf die Gäste überträgt. Urlaub wie er eigentlich immer sein sollte.


Wer mit einem Hauch an Unberechenbarkeit ein Problem hat, ist im grünen Bali-Herzen sowieso falsch. Wer den internationalen Luxus sucht, der ist besser an den zumeist überfüllten Stränden aufgehoben, dort wo in den 5-Sterne-Spas nicht selten das leicht klebrige St.Barth-Öl oder das leider oft überteuerte Panpuri-Öl fließt, nur weil der Mut fehlt, zu heimischen Produkten ohne großen Namen zu greifen (ja, der Trend ändert sich gerade etwas, dass stimmt). Letztlich ist die Massage hier dann fast so standardisiert wie in den Luxus-Hotel-Metropolen New York, Bangkok oder Berlin. Dort also, wo nicht selten Massage-Langweile herrscht. In Kelusa dagegen bestimmt Massage-Tradition den Alltag. Diese Therapeuten haben (zumindest am Anfang ihrer Berufskarriere) keine Massage-Schule besucht, sie haben ihr Handwerk von Mutter und Großmutter gelernt. Im Inneren Balis ist Massage gelebte Tradition. Die Massage kostet pro Stunde: 45 – 60 US-Dollar, die Übernachtung je nach Saison- eine komplette Villa ab 200 US-Dollar pro Nacht.

Wenn es nicht so weit nach Bali wäre, wir kämen sofort wieder. . . Drei Nächte sind die ideale Aufenthaltsdauer. Dann lässt sich an zwei Nachmittagen herrlich die Massage genießen, einmal muss man sich auf das Moped schwingen (oder den Villa-Transfer in Anspruch nehmen) und hinunter in die Künstler-Kolonie von Ubud fahren. Und schnell sehnt man sich wieder nach der Ruhe, dem Blick und der Atmosphäre des Dorfes Kelusa. Denn so sieht er aus, der perfekte Bali-Mix, der perfekte Asien-Urlaub. . .
Mehr Informationen auf der Homepage unter: http://www.balijiwavilla.com

Die Tester sind:
Kannika Homnan arbeitete fünf Jahre für die 5-Sterne-Hotelgruppe Anantara in Thailand; danach wechselte die Thailänderin zu den Kempinski Hotels und leitete zwei Jahre das Spa im „Kempinski Kilimanjaro“ in der tansanischen Hauptstadt Daressalam. In München begann Khun Ning ihre berufliche Karriere im „The Charles Hotel“ der Rocco Forte-Gruppe. Seit 2008 hat sie Ihre berufliche Heimat gefunden: Nun zeichnet sie für das SAI SPA München verantwortlich, das in allen Gäste- und Kunden-Befragungen als authentisch-asiatisches Day Spa zu den besten Massagen in München zählt.
zur Homepage unter: http://www.sai-spa.de

Peter Hinze war Mitbegründer des Nachrichtenmagazins FOCUS (Burda Verlag) und arbeitete über 20 Jahre in der Redaktion mit den Schwerpunkten Tourismus, Hotellerie, Spa und Wellness. Der gelernte Journalist kennt sich nach zahlreichen Reisen vor allem in Asien gut aus – und bevorzugt lokal-geprägte Hotels mit regional verwendeten Materialien und bei der Massage authentisches Ambiente ohne den großen, internationalen Luxus.
Redakteur: und Fotos: Peter Hinze Quelle: eigen

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