Estoril – auch im Golf ganz mondän

Der Golfkurs des portugiesischen Estoril im Test
Diese Region gehört sicherlich zu den interessantesten Portugals. Nur 20 Autominuten von Lissabon entfernt liegt in der Atlantikregion Cascais das mondäne Seebad Estoril. Der Glanz der 20iger bis 40iger Jahre des letzten Jahrhunderts spiegelt sich nicht nur in prächtigen Villen an der Strandpromenade und im legendären Palacio Hotel wieder, sondern auch im Golfclub von Estoril, der oberhalb direkt an der Stadtgrenze beheimatet ist. Schon das Clubhaus mit seiner Terrasse, die über einen fantastischen Ausblick über die Bucht bietet, bietet ein Interieur im dunklen Holz, das zusammen mit den beflissentlichen und höflichen Rezeptionisten die vermeintlich „gute, alte Zeit“ wieder auferstehen lässt. Stehen dann auch noch rote Lamborghinis und ein racinggrüner Jaguar Sportwagen auf dem Parkplatz, würde man sich nicht wundern, wenn auch noch ein Geheimagent a la James Bond zum Abschlag ausholt.
Der Golfkurs von Estoril gilt als sportlich ( Herren 5023 Meter, CR 66,8, Slope 120 ; Damen 4583 Meter, CR 68,7, Slope 119) und war mehrfach Austragungsort von Meisterschaften mit Siegern wie Seve Ballesteros oder Max Faulkner. Seine Lage aber macht ihn wirklich zu etwas Besonderem: Oberhalb der Stadt gelegen bietet er Blicke auf die Bucht. Spielerisch darf man sich von weiten Fairways bis enge Spielbahnen durch Kiefernwälder freuen. Manche Löcher sind so angelegt, das man sich in einem Schloßpark wähnt und kaum das Fairway zu betreten wagt. Diese Fairways sind übrigens trotz der gerade vorherrschenden Trockenperiode so saftig und gepflegt, dass sich mancher deutsche Klub freuen würde, wenn er diese Qualität als Grün anbieten könnte. Besonders das zweitschwerste Loch 7, ein Par 4-Dogleg nach links oben, wirkt eher wie ein fein gewebter Teppich, denn als Spielbahn.
Sind die ersten 8 Löcher ziemlich hügelig mit interessanten zu überspielenden Wasserhindernissen angelegt, wurden die Löcher 9 mit 16 auf der anderen Seite der Autobahn in ein Kieferwäldchen eingesetzt ( wo sonst gibt es eine Autobahnbrücke nur für Carts und Golfer?), das allerdings deutlich unter dem Niveau des Highways liegt und daher nur auf 2 Bahnen einen erhöhten Geräuschpegel aufweist. Auf dieser Seite hat uns vor allem ein Par3 beeindruckt, dessen Grün auf der anderen Seite einer Schlucht liegt und auf der Spitze eines 5 Meter hohen Kegels angelegt wurde. Trifft man das Grün nicht mittig, kann der Ball schnell abdriften, rechter Hand nimmt er dann rasant Fahrt auf und verschwindet ungebremst in den undurchsichtigen Tiefen eines Sees.
Mit 67 Euro an Werktagen und 76 Euro am Wochenende ist der Platz gern bezahlt, die Toilettensituation ist auf den hinteren 7 Löchern verbesserungsfähig. Die Terrasse sollte am Ende der Runde genutzt werden, Essen und Erfrischungen runden den Golftag mit spektakulärem Ausblick perfekt ab.
Weitere Informationen unter https://www.palacioestorilhotel.com
Über Estoril siehe: https://www.reisenundgolfen.de/index.php?set=details&id=1633&cat=reise

Quelle: eigen

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