Die Wasnerin- a gsunds Literaotel

neues Konzept am Altausseer See

Im klaren Wasser des Altausseer Sees spiegeln sich die steinernen Riesen Trisselwand, Tressenstein und Loser. Am Westufer des Sees liegt Altaussee fast genau am geografischen Mittelpunkt Österreichs und scheint doch irgendwie der Welt entrückt. Vielleicht haben deswegen so viele Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Politiker und Diplomaten diese abgeschiedene Idylle als Rückzugsort gewählt.
Angefangen hat alles mit der Schwärmerei des steirischen Erzherzogs Johann zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Bruder von Kaiser Franz I. war ein passionierter Alpinist. Von seiner Liebe zur Bergwelt angespornt, durchwanderte der blaublütige Naturfreund als erster das Ausseerland. Minutiös beschrieb er seine Touren und sein Kammermaler setzte sie naturgetreu ins Bild. Auch in anderer Hinsicht setzte Erzherzog Johann Zeichen. In diesem abgeschiedenen Winkel warb er um seine große Liebe, die Postmeistertochter Anna Plochl. Als er die Bürgerliche auch noch heiratete, fiel er im Hause Habsburg unwiderruflich in Ungnade.

Das Ausseer Land steckt voller Geschichten. Wie es scheint beflügelt das begnadete Fleckchen Erde seit langem schon die Fantasie. Hugo von Hofmannsthal hat hier seinen unvergessenen Jedermann verfasst, Rainer Maria Rilke romantische Gedichte ersonnen und Franz Grillparzer, Arthur Schnitzler, Adalbert Stifter oder Friedrich Torberg sind hier zu hoher Literatur inspiriert worden. Im Volksmund nannte man den Ausseer See auch das große Tintenfass in Anlehnung an all die Dichter und Denker, die ihren Federkiel in das tiefblaue Gewässer tauchten. Ein schönes Bild, das lange in Vergessenheit geraten war. Petra und Davor Barta ließen sich von der Metapher inspirieren, als sie das altehrwürdige Hotel „Die Wasnerin“ hoch über dem Altausseer See 2012 übernahmen.
Schon früher war die gastwirtschaftliche Herberge auf dem Lerchenreither Plateau nahe dem Golfplatz Ausseer Land ein beliebter Treffpunkt für kulturbegeisterte Sommerfrischler. Das ambitionierte Gastgeberpaar richtete auf diesem „geomantischen Kraftplatz“ ein so genanntes G´sund und Natur-Hotel ein, in dem man etwa mit Yoga in vielfältigen Varianten Körper, Geist und Seele in Einklang bringen kann. Neben den Yoga- und Balance-Workshops für Meditation und anderen Wohlfühl-Programmen hatten sich die Bartas einen weiteren Leitspruch auf die Fahne geschrieben: „Der Mensch braucht Orte, wo die Literatur zu Hause ist“. Also sollten auch „sprachliche Farbtöne“ in Form eines „Literasee Wortfestivals“ in dem exklusiven Wellness-Refugium eine Rolle spielen.
Was beim ersten Wortfestival noch ein Wagnis war, lockt zwischenzeitlich Literaturfreunde aus nah und fern in die Wasnerin. Beim diesjährigen fünften Lesereigen zählte Geschäftsführer Mario Habacher bereits 800 Besucher. Von Freitag bis Sonntag boten acht Autoren einen Erzählkosmos, der rund um die Welt führte. Mit seinem neuesten Roman „Cox“ hatte Ehrengast Christoph Ransmayr, der mittlerweile zu den Fixsternen am internationalen Literaturhimmel zählt, mit auf die weiteste Reise nach China genommen. Beim Kaiser von China hat er das Zentrum verortet, in dem der englische Uhrmacher Cox am unerfüllbaren Wunsch des Herrschers tüftelt, mit einem Wunderuhrwerk die Zeit anzuhalten. Meist lesen die Autoren im Wasnerin-Festsaal, dem Narzissensaal. Darüber hinaus sieht das Literasee-Konzept vor, mit ein bis zwei Lesungen an besondere Schauplätze in der Umgebung zu führen. Für den wortgewaltigen Ransmayr war die Seebühne im Salzbergwerk der passende Ort, der das Magische seiner Geschichte, in pastoraler Betonung vorgetragen, zu einem fesselnden Erlebnis machte, fast so, als sei das Räderwerk der Uhren und damit die Zeit tatsächlich stehen geblieben.

Szenenwechsel. Mit ihrem neuen Roman „Verschüttete Milch“, aus dem Barbara Frischmuth zum krönenden Abschluss des zweiten Literasee-Festivaltages las, holte die Schriftstellerin ihre Zuhörer auch literarisch auf ihren heimischen Boden im steirischen Salzkammergut, nach Bad Aussee zurück. Genau wie die Erzählerin ist auch ihre Protagonistin, die anhand von Fotos ihren Kindheitserlebnissen nachspürt, in Altaussee aufgewachsen. In Gestalt ihrer Julia beschreibt Barbara Frischmuth die Idylle ihres Heimatortes, die Menschen und die reichlich vorhandene natürliche Schönheit. Aber da gibt es auch noch eine andere Wahrheit, über die der Mantel des Schweigens und des raschen Vergessens ausgebreitet wird. „Heil und Unheil saßen hier zur Sommerfrische im Dritten Reich Tisch an Tisch“, erzählt sie. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich habe sich die Einwohnerzahl von Altaussees, das damals zur Verwaltungseinheit Oberdonau (Oberösterreich) gehörte, zeitweise verzehnfacht, erinnert sich die Schriftstellerin.

Kaum vorstellbar, wenn man auf den Sprudelliegen in der Wellness-Oase der Wasnerin liegt und den Blick über die Berge des Toten Gebirges und das Dachsteinmassiv im Hintergrund schweifen lässt. Warme Strahlen der Frühlingssonne reflektieren im Wasser des geschützten Außenpools und man schließt die Augen und lässt in Gedanken die Geschichten Revue passieren, die von Asien über Afrika und die Ukraine bis nach Österreich führten und landet beim Augen öffnen wahrhaftig in der unvergleichlichen Idylle in Bad Aussee und der Wasnerin.
Mit den „Literarischen Momenten“ wollen die Besitzer der Wasnerin, das Ehepaar Batar, die Bedeutung der Literatur für die Gesellschaft hervorheben.


Mehr Informationen unter https://www.diewasnerin.at

Quelle: eigen

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