Nimm dir Zeit

Lettland gibt und fordert sie

Architektur und Löwenzahnfelder Nimm dir Zeit es zu sehen.
Storchklappern und Wellenrauschen Nimm dir Zeit es zu hören.
Meeresluft und Pilzduft Nimm dir Zeit es zu riechen.
Morgentau und Bernstein Nimm dir Zeit es zu fühlen.
Riga Balsam und Knoblauchbrot Nimm dir Zeit es zu schmecken.

Abgesunkene Gehwegplatten, hohe Bordsteine, abblätternder Putz und fehlende Farbe – das erinnert den Besucher daran, dass er sich in einem Teil des ehemaligen Ostblocks bewegt. In Glasfassaden, blitzendem Chrom, gepflegten Grünflächen und aufwändig restaurierte Gebäuden findet sich der Wille nach Unabhängigkeit wieder. Lettland (das Nationalitätenkennzeichen LV steht für das lettische Latvia), ist ein Land der Gegensätze. Zum einen die Metropole Riga am Ufer der Düna gelegen, mit Staus, immer eiligen Einwohnern und mit einem reichen kulturellen Leben. Auf der anderen Seite das weniger urbane Hinterland mit vorbeifahrenden Pferdegespannen wie vor hunderten von Jahren.

Einst war Riga die westlichste Stadt des Zarenreichs. Mit mehr als 710 000 Einwohnern (im gesamten Rajon sind es 880000) ist sie heute der größte Ballungsraum der drei baltischen Staaten, zu denen noch Litauen und Estland gehören. Sie geht zurück auf eine Gründung des Bremer Bischof Albrecht von Buxhoeveden im Jahre 1201. Selbst heute noch erinnert etwas , außer der gemeinsamen Hansezeit, an die Beziehungen zu Bremen: „...etwas Besseres als den Tod findest du überall!“ Auch in Riga findet der Besucher die Bremer Stadtmusikanten, die lettischen Vier sind allerdings ein Geschenk im Rahmen der Städtepartnerschaft.

Lettlands Hauptstadt wird auch „Perle des Baltikums“ genannt, denn Spuren aus vielen Stilepochen treffen in ihr harmonisch zusammen. Touristen aus aller Welt bewundern jedes Jahr die Jugendstilbauten im Art’de Nouveau-Viertel. An die Brückengeländer in den großzügigen Parks ketten die Frischvermählten ein Vorhängeschloss als Symbol der ewigen Liebe. Besuchermagnet ist Old Town, der gut erhaltenen Altstadtkern, in dem sich Besucher in vergangene Zeiten zurückversetzt glauben. Dieses Zentrum Rigas wurde 1997 in das Verzeichnis der Weltkulturerbe aufgenommen.

Hier findet der Betrachter unter anderem die Häuser der Großen und der Kleinen Gilde, das originelle Katzenhaus und das Schwarzhäupterhaus mit einem „Bremer“ Roland davor. Nicht versäumen darf man den ständigen Markt in den fünf ehemaligen Luftschiffhallen. Zahlreiche Restaurants, Cafe`s und Bars laden zum Verweilen und Genießen ein. Die Letten lieben es herzhaft. Geräuchertes Hähnchen und graue Erbsen gehören zum Speiseplan. Unbedingt probieren sollte man das Lieblingsgetränk Katharina der Großen: Rigas Balzam, ein traditioneller lettischer Likör aus Kräutern, Blüten, Ölen und Beeren mit 45 % Alkoholgehalt.

Etwa 10 km von der Metropole entfernt, direkt an der Rigaer Bucht liegt Jurmala, Mittelpunkt der lettischen Riviera, die mit Bus, Eisenbahn oder sogar mit dem Schiff auf der Lielupe in kurzer Zeit von Riga aus erreichbar ist. Kilometerweit dehnt sich der weiße Strand, auf den mit leichter Brandung die Wellen der Ostsee laufen. Das hat der Stadt den Zusatz „Stadt auf der Welle“ einbracht. Im Ort konkurriert die typische traditionelle Holzarchitektur mit den in die Kieferwälder eingebetteten Villen der Reichen. Schwefelhaltiges Wasser und heilendes Moor haben einst Jurmalas Ruf als Bäderort begründet. Heute besinnt sich der Ort langsam wieder dieser natürlichen Heilquellen. Und so ist Jurmala als erste Stadt Lettlands dem Europäischen Heilbäderverband beigetreten.

Eine wellige Hügellandschaft mit im Frühjahr unendlich weiten gelben Teppichen aus Löwenzahn prägt Lettland. Mit seinen Schlössern wie dem Jaunmoku Pils, seinen Herrenhäusern und seinen kleinen in die Landschaft eingebetteten Städtchen bietet die Kurländische Schweiz Erholung und Kultur. Auch hier ist das Wasser immer in der Nähe. Mal als versteckter See, mal als Fluss wie die Venta. Bei Kuldiga bildet es einen Wasserfall, von dem die Letten mit einem Augenzwinkern sagen, er sei der größte Europas. Das gilt nicht so sehr für die Höhe von zwei Metern als vielmehr für die Breite von 275 Metern.

Im Frühjahr lassen sich vom Ufer oder der Bogenbrücke aus die wandernden Lachse beobachten. Im Kurland liegt das einst nördlichste Weinanbaugebiet Europas. Die Lese der seit dem Mittelalter dort angebauten Rebstöcke des Weinbergs über Sabile ergibt jährlich um die 150 Flaschen Wein. Kaufen kann man den Wein nicht, aber vielleicht kann man ein Tröpfchen beim großen Weinfest am letzten Juliwochenende ergattern.

Eine der besonderen Attraktionen ist Schloss Rundale, das Versailles des Baltikums. Seine Errichtung war eine gesamt-europäische Meisterleistung. Die Zarin Anna Iwanowa gab für den Bau Land und Geld, der Architekt kam aus Italien und die Bauleitung hatte ein Sachse. Besonders schön ist das goldene Audienzzimmer und der weiße Tanzsaal. Vidzeme genießt den Ruf als landschaftlich schönster Teil Lettlands. Die Region zieht daher nach Riga die meisten Besucher an. Die wilde, unverbaute Küste mit zahlreichen Sandstränden und Sandsteinfelsen, bewaldete Täler mit tiefen Schluchten und alten Burgen und das Gauja-Tal. In dem an Estland und Russland grenzenden Gebiet verkehrt die einzig verbliebene Schmalspurbahn im Baltikum. Sie fährt fahrplanmäßig von Gulbene nach Aluksne.

Aber auch der Nationalpark Gauja mit seinen Fichtenwäldern oder dem dichten Wald von Sigulda sind einen Ausflug wert. Zahlreiche Legenden ranken sich um diesen. So diente die in ihm liegende Gutmannshöhle schon dem Stamm der Liven als Kultplatz. Eng verbunden mit der heute teilweise renovierten Burg Turaida ist die Legende um das Mädchen Maja, das ob seiner Schönheit „Rose von Turaida“ genannt wurde. Kurz vor ihrer Hochzeit mit dem jungen Gärtner des Schlosses von Sigulda lockte sie der polnische Adlige Adam Jakubowski in die Höhle, um Maja zu verführen. Doch diese gab ihr Leben, anstatt ihre Liebe zu verraten. Heute ist „Die Rose von Turaida" so etwas wie ein Wallfahrtsort für Jugendliche. Wer lieber Nervenkitzel der anderen Art hat, der kann mit der Seilbahn in 40 m Höhe das Tal überqueren. Sigulda ist der Ort für Wintersport in Lettland. Auf der Bobbahn werden regelmäßig Weltcups durchgeführt.

Wenn die großen Städte ab- und die Storchennester zunehmen, ist man in Lettgallen, dem Land der blauen Seen. Das Gebiet ist extrem wasserreich mit vielen Seen, wie dem Rasnaz-See inmitten des umliegenden Naturparks. Hier steht auch Lettlands wichtigstes katholisches Wallfahrtziel, die weiß schimmernde Basilika von Aglona, die 1993 Papst Johannes Paul II besuchte. An Maria Himmelfahrt am 15. August strömen die Gläubigen zu Tausenden in die Basilika, um vor dem Gnadenbild „Unsere Liebe Frau von Aglona“ zu beten.

Um die Vielfalt Lettlands optimal zu erfahren, sollte man sich Veranstaltern anvertrauen. Interessante Stadtführungen und Ausflüge mit Herz und Wissen bietet zum Beispiel
https://www.lettland-tourismus.de

Quelle: eigen

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