Mit Schutzmaske und Plastikhandschuhen zum Gala-Abend

Experten einig: Die Art des Urlaubens wird 2020 eine andere
Endlich Licht am Ende des Tunnels. Für die meisten Gastronomen und Hoteliers beginnt das kollektive Aufatmen, bis Mitte Juni dürften alle Restaurants und Beherbergungsbetriebe wieder geöffnet werden. Zwar sind dann strenge Sicherheits-und Hygienevorschriften einzuhalten, aber man ist wieder geöffnet.
Doch wie sieht der Hotelbetrieb denn dann in Wirklichkeit aus? Die RIU-Hotelgruppe hat ein Handbuch erarbeitet, das mit der gesamten Branche über die sogenannte Allianz Post Covid19 Hospitality Sector Alliance geteilt wird. Was sich darin für die Zimmerausstattung findet, klingt durchaus plausibel und nachvollziehbar: sämtliche nicht grundlegende Elemente wie Kaffeemaschinen, Zeitschriften, Broschüren oder Wäschebeutel werden entfernt, dafür Spender mit hydroalkoholischem Gel in jedem Zimmer aufgestellt. Das mag für den Durchschnittsgast noch verkraftbar sein, dann nimmt man halt das Desinfektionsspray, statt der Shampoo-Tube mit nach Hause. Doch für die Essenszeiten klingen die Maßnahmen schon sehr befremdlich:
RIU setzt sich stark dafür ein, die Buffets beizubehalten, denn sie sind ein kennzeichnendes Merkmal des Angebots und werden von den Gästen sehr geschätzt. „Es werden Turnusse zum Mittag- und Abendessen festgelegt, um die Kapazität der Restaurants zu reduzieren. Zudem wird das Desinfizieren der Hände bei Eintritt obligatorisch sein. Jeder Gast muss Handschuhe und Mundschutz tragen, um sich an den Buffets zu bedienen, die nun über mehr Einzelportionen, mehr verpackte Produkte und mehr Show-Cooking verfügen werden“, so steht es im Handbuch Die Zuweisung der Plätze erfolgt dann unter anderem unter Berücksichtigung der Sicherheitsabstände und Vermeidung der Durchgangsbereiche.
Die Vorstellung, zum Abendessen wie zu einer Operation gekleidet zu erscheinen, wird den meisten Gästen dann doch eher befremdlich sein. Große Abstände zwischen den Gästen und Tischen wird die Kommunikation auch nicht gerade fördern. Unter diesen Gesichtspunkten scheint der klassische Cluburlaub für die Saison 2020 komplett gelaufen. Gerade beim Clubkonzept wird die Gemeinschaft, das Miteinander , das Kommunizieren beschworen, also genau die Dinge, die man beim „social distancing“ tunlichst vermeiden sollte. „Das Konzept kann so nicht funktionieren“, meint daher Karl Born, Professor für Tourismusmanagement an der Hochschule Harz in Wernigerode und als Ex-Generalbevollmächtigter der TUI bestens auch mit der praktischen Seite vertraut. Dort in der Konzernzentrale wird fieberhaft an einem tragfähigen Konzept für Club Robinson und Co gearbeitet, für Aldiana wird die Lage ähnlich sein. Professor Born sieht das Gleiche auch für den Bereich Kreuzfahrten, denn schließlich ähneln sich die Konzepte, kommen die Gründer der AIDA ja aus dem Cluburlaubsbereich.
Ähnlich auch die Einschätzung von Professor Axel Schulz von der Fakultät Tourismus-Management an der Hochschule Kempten. „ Abends an der Bar und in der Disko wird schwierig“, Geselligkeit ist bei beiden Urlaubsarten ein wichtiges Kriterium, das auch so verkauft wird. Aus seiner Sicht ist insgesamt der Urlaub 2020 für die Reiseveranstalter gelaufen, denn meistens wird längerfristig gebucht und kurzfristig entscheidende Schnäppchenjäger werden wenig Beute finden: Da die Bettenkapazitäten wegen der Corona-Krise deutlich reduziert werden müssen, wird der Preis nicht über die Auslastung bestimmt werden können.
Entscheidend wird die Psyche der Menschen sein. So wie ein Noravirus-geschädigter Kreuzfahrer Händeschütteln vermeiden wird, kann die Corona-Quarantäne Angst auslösen und damit die Lust, in den Urlaub zu reisen, gehörig dämpfen. Andererseits steigt das Bedürfnis nach Geselligkeit und kann eine „Jetzt-erst-recht“- Mentalität auslösen.
„Ich schlucke die Kröte, Hauptsache ans Meer!“ Diese Einstellung sieht auch Professor Stefan Küblböck vom Institut für Tourismus- und Regionalforschung von der Ostfalia als Möglichkeit der ferientechnischen Corona-Bewältigung. Der Urlaub 2020 wird vor allem von zwei Fragen bestimmt sein : Was ist rechtlich möglich und was darf ich? Welches Risiko bin ich bereit, im Urlaub einzugehen?
Erste Umfrage-Ergebnisse sind da sehr eindeutig: Die Mehrheit der Deutschen ist wenig auslands-fixiert. Daheim bleiben scheint in diesem Jahr genauso im Kurs zu stehen wie die risikoarmen Varianten Ferienwohnung oder –haus, Fahrradurlaub, Hausboot und Wandern.

Quelle: eigen

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