Sicher, aber wenig sozial , dafür Umweltverpester

Stiftung Warentest untersucht deutsche Kreuzfahrt-Anbieter
Kreuzfahrten sind in. Täglich kreuzen die großen Liner vor der Tagesschau durch die Weltmeere und buhlen um Kundschaft. Zu den deutschen Kreuzfahrt-Anbietern gehören Aida, TUI Cruises, MSC und Costa. Die hat nun die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen und nach den Kriterien Sicherheit, Umweltschutz und Arbeitsbedingungen untersucht.
In Sachen Umweltschutz sehen Kreuzfahrtschiffe alles andere als gut aus: Acht der zwölf getesteten Schiffe gelten als mangelhaft, darunter die gesamte MSC-Flotte. Das liegt vor allem am billigen Schweröl, mit denen diese Giganten angetrieben werden. Vergleicht man allerdings den Kohlendioxid-Austoss, stellt man fest, dass der gesamte Schiffsverkehr nur 3 Prozent dieses Gases und pro Passagier oder nach transportiertem Gewicht kein Verkehrsmittel weniger CO? als ein Schiff ausstösst. Dabei sollte man auch noch wissen, dass von den 40.000 Schiffen, die über die Weltmeere fahren, nur 300 Kreuzfahrtschiffe sind. Große Feinstaubschleudern bleiben sie dennoch, insbesondere in den Häfen. Umweltfreundlicher wäre es, auf Marine-Diesel oder Flüssig-Erdgas umzustellen, doch bisher sind zu wenige Gesellschaften bereit, diesen verteuernden Schritt zu gehen.

Umweltschutz bleibt aber bei der Untersuchung nicht alleine auf den Antrieb beschränkt. Die Tester blickten auch auf Schadstofffilter zur Vermeidung von Emissionen, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Ebenso flossen Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Wiederverwertung sowie Reduzierung des Wasserverbrauchs zbd Abwasser-Management in die Bewertung ein. Vier der getesteten Kreuzfahrtschiffe erreichten ein „Befriedigend“, der Rest erhielt die Bewertung „Ausreichend“.

Zwischen „Sehr gut“ und „Gut“ fiel die Bewertung im Bereich „Sicherheit“ aus: Dazu gehören die Qualifikation der Besetzung und das zentrale Notfallmanagement sowie allgemeine Sicherheitsvorkehrungen, Unfallprävention, Kriminalitätsprävention, die medizinische Versorgung und Notfallpläne bei Feuer, Wassereinbruch und Evakuierung.

Im Bereich Arbeitsbedingungen bekleckern sich die deutschen Kreuzfahrt-Anbieter nicht mit Ruhm. Sie orientieren sich an gesetzlichen Vorgaben der Staaten, unter deren Flagge sie fahren. Da dies meist Länder sind, die ein viel laxeres Verhältnis zum Personal haben als Deutschland, fallen die unteren Lohngruppen regelmäßig durchs Sieb: Oft müssen die Angestellten zehn bis zwölf Stunden arbeiten bei einen Lohn zwischen 2,65 und 4,40 Euro pro Stunde. Freie Tage sind dabei absolute Mangelware. Dafür gab es von der Stiftung Warentest für alle Schiffe nur ein „Ausreichend“.

Getestet wurden unter anderem die Aida Prima, Aida Aura und Aida Bella. Von Costa Crociere musste die Costa Diadema, die Costa Pacifica und die Costa Victoria von MSC die MSC Opera, die MSC Orchestra und die MSC Seaview auf dem Prüfstand. Bei Tui Cruises waren es Mein Schiff 1, Mein Schiff 2 und Mein Schiff 5.

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