Wie der Nockerl einen Mord gehört hat

Musikalische Friedhofsgeschichten in Wien
„Musikalische Friedhofsgeschichten“- die kann es wirklich nur in Wien geben. Denn in keiner anderen Stadt spielt der Tod auch nur eine annähernd wichtige Rolle im Leben wie in Wien. Da gibt es nicht nur ein Bestattungsmuseum, wo man in einem Sarg schon einmal zur Probe liegen kann, sondern eine „schöne Leich“ (im bayerischen Leicht) ist mindestens genauso wichtig wie ein gutes Leben. Deshalb passen die musikalischen Friedhofsgeschichten auch so gut in diese Stadt. Auch weil mit dem Wienerlied eine eigene Gattung von Musik existiert, die fast zu jedem Anlass das passende Musikstück parat hat. Es ist ein wirkliches Vergnügen dem Konzertgitarristen und Schrammelmusiker Peter Havlicek sowie der Sängerin Margit Ulm vor den Gräbern bekannter Persönlichkeiten zuzuhören. Margit Ulm ist im zivilen Leben die Besitzerin der Greißlerei (Gemischtwarenhandlung) „Zur goldenen Ameise“ nicht weit vom Friedhof Hernals im Westen von Wien.

Sie besingt zusammen mit Havlicek die meist traurigen Begebenheiten, die hinter den verstorbenen Personen stehen. Dazu kommt der Dichter und Autor Karl Ferdinand Kratzl, der auf urwienerisch Geschichten zu den einzelnen Gräbern erzählen kann. Umrahmt wird das Ganze von den wienerisch leicht vorgetragen Erzählungen des sympathischen Ideengebers Peter Havlicek, die das Wandern durch den weitläufigen und sehr bergigen Friedhof selbst bei größter Hitze zum kleinen Spaziergang werden lassen. Die einzelnen Geschichten sind spannend und in groben Umrissen auch meistens bekannt.

Ein Beispiel ist die Grabstelle des „Leibfiaker seiner K.K. Hoheit Kronprinz Rudolf“ Josef Bratfisch und seiner Gattin Johanna. Berühmtheit erlangte der korpulente Kutscher des Thronerben Rudolf, der von Freunden auch „Nockerl“ genannt wurde, durch eine verhängnisvolle Fahrt nach Mayerling im Januar 1889. In einer streng geheimen Aktion brachte er die Freiin Mary Vetsera, die erst 18jährige Geliebte des Thronfolgers, ins Jagdschloss Mayerling im Wienerwald. Dort beging Kronprinz Rudolf mit seiner Geliebten in den frühen Morgenstunden des 30. Januar 1889 einen angeblichen Doppelselbstmord, der niemals ganz aufgeklärt wurde. Bratfisch war Ohrenzeuge, hat allerdings ein Leben lang geschwiegen und die Einzelheiten mit ins Grab auf dem Friedhof in Hernals genommen. In der traurigen Ballade vom Tod des Kronprinzen erzählen Peter Havlicek und Margit Ulm die „wahre Geschichte“!

Nach gut einer Stunde ist der musikalische Rundgang durch den Hernalser Friedhof im 17. Wiener Gemeindebezirk beendet und ein wirklich beeindruckendes Stück Wiener Geschichte lebendig geworden.

Mehr unter https://www.peterhavlicek.at

Quelle: eigen

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