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Foto by: bo, rote Teiche
Foto by: bo, Damenabschlag nach dem Teich
Foto by: bo, Windloch
Foto by: bo, Gemeine 14

Golfen in Metternichs Schloßpark [ vom 29.09.2017 ]

der Golfplatz von Kynszvart ( Bad Königswart) im Test
Als die Metternichs Anfang des 17.Jahrhunderts ein Renaissancefort und ein Renaissanceschloß im böhmischen Bad Königswart ( im heutigen Tschechien mit dem Namen Kynzvart) erwarben und einen Schloßpark anlegten, den sie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges pflegten, konnten sie nicht ahnen, dass sie damit im 21.Jahrhundert Golfspieler beglücken würden.
Der Golfkurs Kynzvart, nur 20 Kilometer südlich von Eger ( Cheb) und damit 25 Kilometer von der Landesgrenze zu Bayern entfernt, ist Teil des Bayerisch-Böhmischen Golflandes mit sieben Top-Plätzen in einer Entfernung von 45 Autominuten. Bad Königswart bekannt durch kohlensäure- und eisenhaltige Trinkquellen, Kohlensäure-, Moor- und Eisenbäder bietet mit der Viktorsquelle eine der stärksten Eisenquellen in Mitteleuropa. Vielleicht sollten Greenfee-Spieler zunächst ein Schlücklein nehmen, denn es hilft bei Indikationen wie Rheuma und Nervenkrankheiten. Und starke Nerven sind bei dem einen oder anderen Loch dieses doch anspruchvollen Platzes ( Herren 5865 Meter, CR 71,9, Slope 145; Damen 4996 Meter,CR 72,8, Slope 137) gefragt.
Gleich auf Loch 1 dürfen die Herren über einen Teich schlagen, dessen gegenläufiges Ufer auch noch einen dichten Schilfgürtel besitzt. Schon entlang der 2 schafft sich die Besonderheit dieses Platzes Raum: der Untergrund des parallel fliessenden Baches leuchtet in Rot und bildet gerade im Herbst mit den bunten Blättern der Mischwälder des Platzes ein fantastisches Farbenspiel. Auch hier wird der Eisen- und Säuregehalt des Bodens wieder mehr als deutlich und findet sich in den Bachläufen und Teichen immer wieder.
Loch 5 bietet neben dem fantastischen Ausblick auch noch einen immensen weißen Stein, der aus Quarzen besteht, die hier natürlich vorkommen und in der Glas- und Porzellanindustire Verwendung fanden. Jedes Loch auf diesem seit 2009 bestehenden Golfplatzes trägt einen eigenen Namen, dessen Geschichte man auf den Internetseiten nachlesen kann. Diesen Service sollten Greenfee-Spieler unbedingt nutzen, denn so erfahren sie nicht nur viel über die Geschichte und Geschichtchen der Region, sondern ebenfalls über die Natur und sogar über Sinn und Zweck mancher Golf- und Platzregeln. So gilt Loch 6 als „Windloch“, da es beim höchsten Abschlag des Platzes fast immer aus nordwestlicher Richtung windet und die Internetseiten erklären bei dieser Gelegenheit, wie Wind eigentlich entsteht. Und wer es nicht gelsen hat, weiß auch nicht, dass er bei Loch 8 an einer Bank vorbeikommt, auf der schon Johann Wolfgang von Goethe saß.
Auch wenn das „Hirschloch ( Loch 12) asl mit für Herren 529 Meter zu spielendes Par 5 als schwerstes Loch gilt, empfinden viele das „Seeloch“ ( Loch 14) als echte Herausforderung: Hier geht es auf einem Par 3 abwärts zu einem Grün, das vom Wasser bewacht wird, rechts ein Bunker, links Aus und an der Rückseite ein steiler Anstieg in ein Wäldchen.
Die beiden letzten Löcher bieten einen Blick auf das Renaissance-Schloß, in dem Fürst Metternich, ein überzeugter Europäer und Wegbereiter eines kleinen „Schengen“-Abkommens, schon Zar Alexander bewirtete. Die 18 vereint viel, was nicht nur Tschechien, aber ganz bestimmt diesen Platz ausmacht: Der Abschlag über einen See, der romantisch mit Fischerhütte und Fischerboot trapiert im Wald liegt, zu einem Grün das direkt vor dem Eingang ins Schloß angelegt wurde.
Wie es sich für diesen „herrschaftlichen“ Platz gehört, ist er sehr gepflegt, Toiletten reichlich, wenn auch als ToiTois, vorhanden und an kleinen Kurpavillons werden auf dem Platz auch Getränke und Erfrischungen gereicht. Der Platz ist mit 53 Euro an Werktagen und 68 Euro am Wochenende nicht ganz billig, doch zahlen Spieler bis 18 Jahre während der Woche, Damen jeden Montag und Senioren ab 60 Jahren an jedem Montag und Dienstag nur 32 Euro für 18 Loch. Ein Cart für 31 Euro sollte man sich dennoch leisten, denn der Platz ist sehr weitläufig mit einigen Höhen und Tiefen. Die Gastronomie im sehr neuen Clubhaus im futuristischen Design hat es allerdings nicht sehr leicht, liegt es doch abseits des Platzes, während sich direkt an der 18 die bewirtete Terrasse des Schlosses befindet.
Unbedingt vorab die Webseite besuchen: https://www.golfkynzvart.cz/de
Weitere Golfplätze in der Region: https://www.reisenundgolfen.de/index.php?set=details&id=1615&cat=golf#3
Redakteur: bo Quelle: eigen

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