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Foto by: Fussgängerzone in Sterzing
Foto by: Hotel zum Engel

Auszeit in Sterzing [ vom 07.10.2018 ]

Wedeln und Wellness am Südtiroler Rosskopf
Sobald der Tag dämmert und die ersten Sonnenstrahlen zaghaft durchdringen geht es mit geschulterten Brettern Richtung Rosskopf. An der Seilbahn steht schon ein kleines Grüppchen Frühaufsteher. Auch sie können es kaum erwarten, die frisch verschneiten Pisten auf dem „Freizeitberg“ unter ihre Skier und Boards zu nehmen. Der jungfräuliche Pulverschnee auf dem 2189 Meter hohen Sterzinger Hausberg verspricht einen genüsslichen Start in den sonnigen Spätherbsttag. Wenn es in der Vorsaison schon einen Vorgeschmack auf vielversprechende Wintertage mit besten Wedel-Bedingungen gibt, freuen sich die örtlichen Hoteliers: „In der Hauptsaison sind wir gut gebucht, aber davor und danach geht schon noch was“, sagt die Engel-Wirtin Fini Schafer, deren Parkhotel nur wenige Minuten von der Talstation des Wintersport- und Wandergebietes Rosskopf entfernt ist.

Meist ahnt man am Fuß des Rosskopfs noch gar nichts von der winterlichen Pracht auf dem Gipfel und an den Hängen. Doch sobald man die Sonnenterrasse erreicht hat, wandelt sich das Bild. Der Blick schweift rundum von den Gipfeln der Sarntaler- Zillertaler- und Stubaier Alpen hinunter auf das beschaulich-herbstliche Wipptal, durch das sich der Brennerpass wie ein aufsteigendes Betonband zieht. Dichter Verkehr rollt über den Asphalt. Doch schon beim Hinaufgondeln Richtung Gipfel entfernen sich die Geräusche. Die dichte Schneedecke auf dem Berg schluckt dann vollends den Lärm der viel befahrenen Europastraße. Bei himmlischer Ruhe kann der Wedel-Spaß auf den gut präparierten Pisten beginnen, die man vor der Saison fast für sich alleine hat. Man zieht seine Spuren durch den frischen Pulverschnee, hält zwischendurch inne, genießt den Ausblick und lässt die unvergleichliche Stimmung auf sich wirken.

Auch beim Einkehrschwung kommt keine Hektik auf. Ganz entspannt lässt man sich auf der Sonnenterrasse die Hirtenmakkaroni oder eine Pizza und anschließend einen italienischen Espresso schmecken. Umso mehr, weil die Preise auf dem Rosskopf deutlich günstiger sind, als in den Hütten der Dolomiti Superski-Gebiete. Trotzdem ist der Andrang in den südlich gelegenen Dolomiten immer groß. Im Wipptal gleich hinter dem Brenner ist es anders. In der Nebensaison wird es still. Kaum jemand macht dann mehr Halt in Sterzing.

Dabei erschließen die Liftanlagen im Wipptal mit ihrer Umlaufbahn aus dem Tal und ihrer brandneuen Telemix-Bahn auf den Rosskopf ein zwar kleines, aber durchaus anspruchsvolles Gebiet, das sich der Sonne zuwendet. Abfahrten bis ins Tal sind deshalb zwar erst im knackig kalten Winter möglich. Aber hier geht es ohnehin nicht darum, Pistenkilometer zu sammeln. In erster Linie zählt der Genuss. Das hat sich auch das Parkhotel zum Engel auf die Fahnen geschrieben. Zwischen Tiroler Gemütlichkeit und italienischer Eleganz kann man hier den Traumtag auf dem Rosskopf bei einem Menü nach herzhaften Südtiroler Rezepten oder mediterraner Küche genüsslich ausklingen lassen.

Schon im 15. Jahrhundert war der damalige Gasthof „Zum Engel“ ein beliebtes Refugium. Reisende auf dem Weg vom Norden in den Süden machten hier Rast. Den einheimischen Bergbauern war die Herberge im Zeichen des Engels nach ihrem Messgang in der nahen Pfarrkirche „Unsere liebe Frau im Moos“ ein Ruhepol nach der knochenharten Arbeit der Werktage. Im Engel stärkten sie Leib und Seele. Wie von einem Schutzengel bewacht, überdauerte der Gasthof mehrere Generationen und entwickelte sich mit der Zeit vom bescheidenen Gasthof zum heute stattlichen Parkhotel.
Die Bodenständigkeit hat dabei keiner der Wirte vergessen. Das zeigt sich nicht nur bei den regionalen Produkten in Küche und Keller. In den schicken Zimmern und Suiten sind die Böden und das Mobiliar aus dem Holz heimischer Zirbelkiefern und Altholz-Fichten gezimmert. Überall liegt der Duft der hiesigen Wälder in der Luft. Das heimische Holz verleiht auch der Wellness-Oase eine behagliche und wohltuende Atmosphäre. Liegt man wohlig entspannt nach dem Schwimmen, diversen Saunagängen oder einer Spa-Behandlung auf einer der Liegen im Ruheraum, fällt der Blick vom Kaminfeuer hinaus in die weite Parklandschaft des Hotels.

Die Geschichte der mittelalterlichen Fuggerstadt Sterzing ist vom Bergbau geprägt. Das brachte der Stadt einst Reichtum. Noch heute zeugen die prächtigen Bürgerhäuser von Sterzing, das die Italiener Vipiteno nennen davon. Schon zur Zeit der Römer gab es hier die Straßenstation Vipitenum. Im Mittelalter kamen dann die Bajuwaren über den Brennerpass und prägten den Namen Sterzing. Bereits 1280 verlieh der damalige Landesfürst Meinhard II. Sterzing das Stadtrecht und untermauerte damit die Bedeutung der Stadt, in deren Mittelpunkt der 46 Meter hohe Zwölferturm steht. Links und rechts der Hauptstraße, die bis zum unteren Tor führt, reihen sich kleine Lauben, einladende Gasthäuser, schicke Läden und Boutiquen. Nicht zu vergessen auch die prächtigen Bürgerhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert, als der Bergbau in Sterzing seine Blütezeit erreicht hatte. Stattliche Kirchen weisen darauf hin, dass der Glaube bei der Bevölkerung in der Bergregion von jeher eine wichtige Rolle gespielt hat. Auch der Schutzheilige Nepomuk, der Patron des Wassers, der Schutz vor Überschwemmungen der Eisack und dem Vallerbach bieten sollte, gehört zum Stadtbild. Wer mehr über die Stadtgeschichte erfahren möchte, sollte sich ein bisschen Zeit für das Stadtmuseum im Deutschordenhaus nehmen. Sehenswert ist auch die Burg Reifenstein, eine der ältesten Burgen Südtirols am Rande der Stadt.

Am späteren Nachmittag blitzt die Sonne wieder durch die Wolken. Für die Pisten auf dem Rosskopf, Ratschings oder Ladurns ist es dann zwar zu spät. Dafür bietet sich eine Rodelpartie über die längste Rodelbahn Italiens an. Also geht es diesmal mit dem Schlitten hinauf auf den Rosskopf. An der Bergstation startet die 9,6 Kilometer lange Sause, die nach 920 Höhenmetern und einer Riesengaudi an der Talstation Sterzing endet. Besonders romantisch ist das Rodelvergnügen bei Flutlicht ( dienstags und freitags bis 24 Uhr, Liftbetrieb bis 22 Uhr ) , wenn der Blick auf die, vor allem in der Adventszeit, festlich illuminierte, mittelalterliche Stadt fällt.

Informationen zum Parkhotel zum Engel unter https://www.zum-engel.it
Skipasspässe und -preise für die drei Skigebiete im Südtiroler Wipptal mit Rosskopf, Ratschings, Jaufen und Ladurns mit insgesamt 53 Pistenkilometer unter
https://www.sterzing.com

Redakteur: und Bilder: Renate Wolf-Götz Quelle: eigen

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