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Mit dem TEE zurück in die Zukunft [ vom 31.10.2018 ]

DB-Museum macht auch Ausfahrten möglich

Es war einmal….. eine Zeit ohne iPhone. Eine Zeit, in der Menschen noch wirklich miteinander sprachen und nicht nur per WhatsApp. In dieser, lange vergangenen Zeit hatte fast jeder Knabe eine Modelleisenbahn. Märklin oder Roco waren damals bekannte Namen, die heute kaum noch jemand kennt. Der Traum jedes Modelleisenbahners (auch des Autors) war dabei immer der TEE Rheingold oder das Krokodil, eine grüne E- Lokomotive, (was beim Autor beides leider an der Kostenfrage scheiterte).
Bereits 1951 führte die Bundesbahn einen Fernschnellzug mit dem Namen „Rheingold“ ein, der entlang des Rheins verkehrte und durch ganz besonderen Luxus auffiel. 1965 wurde der Zug dann zum TEE, dem Trans Europa Express, aufgewertet und war aufgrund seiner Bequemlichkeit und seiner Schnelligkeit beim Publikum sehr beliebt. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ging die Zahl der Fahrgäste dann ständig zurück und 1987 wurde der gesamte TEE Verkehr eingestellt.
Ein TEE steht heute im DB Museum in Koblenz. Ehrenamtliche Mitarbeiter haben ihn mit viel Arbeitseinsatz und zur Freude von Bahn Enthusiasten wieder in Betrieb genommen. Das DB Museum ist das älteste Eisenbahnmuseum der Welt. Sein Stammhaus ist Nürnberg, Außenstellen gibt es in Halle (Saale) und eben in Koblenz. Das DB Museum ist Teil der Deutsche Bahn Stiftung. Vom DB- Konzern 2013 gegründet, wurde das fünfjährige Jubiläum mit TEE-Jubiläumssonderfahrten in verschiedenen deutschen Regionen begangen.
Die Deutsche Bahn Stiftung hält durch das DB Museum nicht nur die deutsche Eisenbahngeschichte lebendig, sondern setzt sich auch für die Integration von Menschen am Rande der Gesellschaft ein und fördert ehrenamtliches Engagement, zum Beispiel beim Thema Depression.
Der Zug selbst ist ein Traum. Gefühlter Sitzabstand ein Meter. Selbst für Zugfreunde des ICE einfach unfassbar. Der Sitz dick gepolstert und weit entfernt von der Leichtbauweise moderner Züge. Ganz zu schweigen von den papierdünnen Sitzgelegenheiten moderner Fluglinien. Das Beste: Der Sitz lässt sich fast bis in eine waagrechte Schlafposition zurückklappen. Beeindruckend auch die Reisegeschwindigkeit. Sie bewegt sich auf normaler Strecke im Rahmen des heutigen Tempos. Bis zu 200km/h schnell war der Zug. Im Kanzlerwagen, in dem Helmut Schmidt als Bundeskanzler reiste, beweist ein Tachometer noch heute diese Aussage.
Leider ist das „Zurück in die Zukunft“ Kapitel nach zwei Stunden Fahrt durch den herbstlichen Spessart abgehakt und im iPhone wlan Zug geht es zurück nach Frankfurt. Was bleibt ist der Eindruck dass die „gute, alte Zeit“ vielleicht doch gar nicht so schlecht gewesen ist und- wer Sehnsucht nach dieser Zeit hat, den Zug beim DB Museum für private Zwecke mieten kann.
https://www.deutschebahnstiftung.de
https://www.dbmuseum.de
Redakteur: Rupert Heigl Quelle: eigen

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