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Foto by: Nikolaus in Anif
Foto by: Orangenpunsch vom Sporer
Foto by: Weihnachtsmarkt Hellbrunn

Adventszauber in und um Salzburg [ vom 27.11.2018 ]

die „staade“Zeit in der Mozartstadt
 
Wenn dicke Schneeflocken leise aus dicken Wolken rieseln beginnt im Salzburger Land die „staade Zeit“. Weniger still geht es in der Adventszeit in Salzburg zu. Besucher von nah und fern schieben sich über die Plätze mit ihrem Budenzauber. Im abendlichen Lichterglanz wirkt die barocke Stadt dennoch romantisch. Wenn dann das weithin bekannte Weihnachtslied „Stille Nacht“erklingt, das der Salzburger Joseph Mohr vor 200 Jahren gedichtet hat, ist das auch eine Reminiszenz an den Sohn der Stadt. Wer sich für die Geschichte des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes interessiert kann bis zum 18.Dezember das Musical „Meine stille Nacht“ zum 200-jährigen Jubiläum des berühmten Weihnachtslieds in der Felsenreitschule erleben.
 
 
In der Nase ein Duftgemisch aus Glühwein, gebrannten Mandeln und Würstln und in den Ohren Sprachfetzen europäischer, amerikanischer und asiatischer Besucher schiebt man sich über den Salzburger Christkindlmarkt auf dem Domplatz zu Füßen der Festung Hohensalzburg. Auf dem angrenzenden Residenzplatz geht der Budenzauber weiter. Über hundert Marktstände hat Michaela Muhr auf den Altstadtplätzen gezählt. Besonders in der Adventszeit, wenn über eine Million Gäste die mit 150.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Österreichs stürmen, ist es für die Stadtführerin eine Herausforderung, ihre Gruppe zusammenzuhalten.

Glücklicherweise ist die Salzburger Altstadt, die vom Kapuzinerberg rechts der Salzach und von dem über das andere Flussufer ragenden Mönchsberg eingerahmt wird, einigermaßen überschaubar. Zielstrebig lenkt Gästeführerin Muhr in Richtung Alter Markt. Vorbei am Rathaus geht es in die Getreidegasse. An den Marktständen mit Mozartkugeln und -talern mit dem Konterfei des berühmten Sohnes der Stadt zeigt sich: In Salzburg kommt man an Mozart nicht vorbei, schon gar nicht in der Getreidegasse. Im Haus Nummer 9 hat der Knabe Wolfgang Amadeus das Licht der Welt erblickt. Einen Tag später wurde er im Dom getauft.
 
Eine andere beliebte Adresse in der Getreidegasse ist die Nummer 39. Dieses historische Gebäude ist das Stammhaus der Familie Sporer. Einige der erlesenen Schnäpse, die am Tresen ausgeschenkt werden, haben inzwischen Kultstatus. Schon in den Vormittagsstunden ist jeder Platz um den Tresen und im gemütlichen Gastraum besetzt. Bevor man lange auf einen Platz wartet, wärmt man sich dann eben vor dem Laden mit einem heißen Punsch auf. Schon 1903 destillierte Franz Sporer hier seine ersten Liköre. Urenkel Michael hat den Punsch zu seiner Leidenschaft gemacht. „Mein heißer Orangenpunsch vertreibt bei klirrender Kälte garantiert jeden Erkältungsbazillus“, schmunzelt der eloquente Schnapsbrenner. In seinem Laden, der kaum 40 Quadratmeter misst, stehen meist Einheimische dicht gedrängt um die antike Theke. „Ich geh´ zum Doktor sagen hier die Leute, wenn sie den Sporer meinen“, erzählt die Stadtführerin augenzwinkernd.
 
Von der weingeistreichen Zwischenstation halb benebelt geht es raus aus dem Getümmel der Getreidegasse und hinein in den historischen Friedhof von St. Peter. Der mystische Garten mit seinen schneebedeckten Bäumen und Arkadengräbern ist wie eine Oase der Stille am Rande des vorweihnachtlichen Rummels. An diesem Ort der Besinnung ruhen berühmte Personen der Stadt wie der Dichter Georg Trakl, das Nannerl, Mozarts Schwester, und nicht zuletzt Dombauer Santino Solari. Sein Bauwerk wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe zerstört.

Als sich die Einheimischen nach den bitteren Kriegsjahren nichts sehnlicher wünschten als eine andächtige Adventsfeier mit ihren vertrauten Liedern, setzte der Salzburger Tobi Reiser 1946 seine Idee zu einer musikalischen Andacht in die Tat um. Das war die Geburtsstunde des Salzburger Adventssingens, das längst im großen Festspielhaus zur Aufführung kommt. Um das stimmungsvolle Adventssingen mitzuerleben, zu dem sich alljährlich an die 40.000 Gäste anmelden, müsse man schnell sein, rät Michaela Muhr. Dresscode der Feier sei das alpenländische Gewand. „Da kommt jeder in Tracht“, betont die Stadtführerin, „sogar die Chinesen und überhaupt die Asiaten“.
 
Am Festspielhaus vorbei führt die Clemens Holmeister Stiege hinauf auf den Mönchsberg. Bei dem wolkenverhangenen Himmel lockt es eher nicht, auf den Berg zu wandern. Viel lieber kehrt man dann ein in die traditionelle Brauereigaststätte Stiegl zu Füßen des Mönchsbergs. Vor knapp 200 Jahren hat der einstige Braumeister das Anwesen samt dem Stollen gekauft, den er als kühlenden Keller für sein Bier nutzte. Als Kühlraum hat der Felsenkeller längst ausgedient. Stattdessen finden heute Veranstaltungen an diesem geräumigen Ort statt. Zur Festspielzeit treffen sich Schauspieler und Gäste nach Aufführungen wie dem Jedermann im großen Stiegl-Festsaal. In den großen Gewölbesälen und in den behaglichen Gaststuben der weitläufigen Brauerei kann man die breite Palette an Biersorten probieren, etwa bei einem Mittagsmenü, begleitet von jeweils korrespondierenden Sorten.
 
Vor den Toren der Festspielstadt umrahmt die märchenhafte Kulisse des Lustschlosses Hellbrunn den Hellbrunner Adventszauber. Vor allem für Familien ist die vorweihnachtliche Glitzerwelt im Salzburger Vorort Anif mit hunderten Christbäumen und tausenden roten Kugeln ein besonderes Erlebnis. Während sich die Eltern nach einem Bummel durch die festlich geschmückten Stände im Schlosshof zum Punsch im Adventscafé der Orangerie treffen, können sich die Kinder in der „Kinder-Weinachtswelt“ beim Plätzchen backen, Würstl grillen, im Streichelzoo oder mit dem Märchenerzähler am Lagerfeuer die Wartezeit auf´s Chriskind verkürzen. Sobald es dunkel wird, versammeln sich alle zum großen Feuerwerk im Schlosspark. Für Sekunden herrscht erst einmal fast gespenstische Stille, dann durchbrechen klassische Klänge aus unsichtbaren Lautsprechern die erwartungsvolle Anspannung. Bruchteile von Sekunden später erhellen faszinierende Formationen den winterlichen Abendhimmel. Ein wahrer Höhepunkt zum Auftakt des „Adventszaubers im Hellbrunner Schlosspark“. Danach öffnet sich das erste Türchen des Adventskalenders, in den sich die Schlossfassade über die „stade Zeit“ verwandelt.
Weitere Informationen unter https://www.salzburg.info
Salzburger Advent: https://www.salzburgeradvent.at
Salzburger Adventsingen: https://www.salzburgeradventsingen.at
Salzburger Weihnachtstour mit Michaela Muhr: https://www.salzburg-experience.at
Hellbrunner Adventzauber. https://www.hellbrunneradventzauber.at
Zum Musical: https://www.stillenacht.com
 
Redakteur: Und Bilder: Renate Wolf-Götz Quelle: Eigen

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