Schweiz will Durchreisende stärker zur Kasse bitten
Das Schweizer Parlament hat im März im Nationalrat für eine neue Transitgebühr gestimmt. Nachdem bereits der Ständerat zugestimmt hatte, gibt es damit erstmals eine klare politische Mehrheit in beiden Kammern für eine solche Maßnahme. Die neue Abgabe soll rund 21 Schweizer Franken (ca. 23 Euro) pro Durchfahrt betragen und nur ausländische Reisende betreffen. Sie müsste zusätzlich zur Vignette bezahlt werden. Wer das Land in einem bestimmten Zeitfenster – etwa zwölf Stunden – durchquert, könnte automatisch zur Zahlung aufgefordert werden. Die Fahrzeuge sollen von Kameras bei der Ein- und Ausreise automatisch gescannt werden.
Die neue Transitgebühr soll die Stausituation in der Schweiz verbessern: An Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten und zu Beginn der Sommerferien staut sich der Verkehr oft kilometerlang vor dem Gotthard-Tunnel – weil viele in den Süden wollen, auch aus dem Ausland. Etwa ein Drittel des gesamten Alpenquerungsverkehrs besteht aus reinen Durchfahrten, wie Untersuchungen ergeben haben. Die Reisenden lassen kein Geld im Land, belasten aber die Infrastruktur und sorgen für Staus in den engen Alpentälern. Das soll sich durch die neue Abgabe ändern.
Diskutiert wird derzeit folgendes Bezahlmodell: Die Höhe der Gebühr soll sich nach der Verkehrsdichte, der Tageszeit und dem Wochentag richten. Demnach müssten Autoreisende an Tagen mit starkem Verkehrsaufkommen deutlich mehr zahlen, als wenn sie unter der Woche außerhalb der Reisezeit fahren. Die Befürworter dieser Pläne wollen mit dieser Maßnahme die Verkehrsspitze brechen und so den Verkehr flüssiger machen.
Ob und wann genau die geplante Durchfahrtsgebühr für ausländische Reisende kommt, ist weiter unklar. Verkehrsminister Albert Rösti hat den Auftrag, eine detaillierte Vorlage auszuarbeiten. Die neue Abgabe müsste mit EU-Verträgen vereinbar sein. Auch die mögliche technische Umsetzung inklusive Kontrollmechanismen ist noch unklar.
Wer im Sommer eine Fahrt durch die Schweiz plant, sollte die weitere Entwicklung im Auge behalten. Pläne gegen den Stau vor dem Gotthard-Tunnel sind jedoch nicht neu. 2024 scheiterten Vorstöße, für die Fahrt durch die Röhre Gebühren zu verlangen. Eine Fahrt durch den Gotthard-Tunnel (A2) ist bisher durch die Autobahnvignette gedeckt. Diese kostet rund 44 Euro und gilt für ein Jahr.
Die ganze Meldung unter https://www.adac.de/news/reise-schweiz-gotthardtunnel-transitgebuehr/
Quelle: ADAC
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