Abschlag nach Zahlen, nicht mehr nach Farben

Deutscher Golf Verband startet zweite Pilotphase
„Platzvielfalt“ ist der Begriff, mit dem der Deutsche Golfverband das Spiel revolutionieren will. Es zählt nicht mehr die Farbe des Abschlags – also „Weiß“ für Superhandicapper, „Gelb“ für Männer, „Rot“ für Frauen, sondern Zahlen und Buchstaben. Der Golfer schlägt von dem Abschlag ab, der seiner wirklichen Spielstärke entspricht .A steht für das hinterste, H für das vorderste Tee. Parallel ist auf jeder Bahn die Hektometer-Zahl angegeben, die der Gesamtlänge des Platzes vom jeweiligen Tee entspricht. Der Gesamtplatz des GC Taunus Weilrod zum Beispiel misst vom Abschlag A etwa 5.900 Meter (59 Hektometer) – aber je nach gewähltem Tee ist eine Spielrunde auch deutlich kürzer möglich. Die ehemals gelben Herrenabschläge entsprechen heute einem Mix aus den Positionen B und C. Allerdings sind sie nun nicht mehr mit Erwartungen, sondern mit Zahlen und Buchstaben verbunden.

Ermittlung des richtigen Abschlags
Wie findet nun der Spieler heraus, von welchem Buchstaben er abschlagen soll? Dazu setzt man beim GC Taunus Weilrot die „Handicap-Ampel“ ein: Hier wird die durchschnittliche Abschlagslänge genommen, um den Abschlagsbuchstaben zu ermitteln. Von A schlägt damit nur ab, wer über 220 Meter den Ball spielen kann, was bei Damen einem Handicap unter 0, bei Herren unter -3,0 entspricht. Wer durchschnittlich 140 bis 160 Meter weit abschlägt ( entspricht oft einem Handicap bei Männern von – 27 bis -36, bei Frauen von -17 bis -27), darf ab Abschlag E aufteen, wer maximal 120 Meter weit kommt ( Handicap Männer -46 bis -54, Frauen – 36 bis – 46), sollte sich beim G oder H in Stellung bringen.
In anderen Clubs werden statt der Farben nur die Hektometer, also die Gesamtlänge des Platzes in der jeweiligen Teebox angegeben, „58“ entspricht damit einer Platzlänge von 5800 Metern, ideal für Spieler, die bis 180 Meter durchschnittlich abschlagen.

Der Spieler rückt in den Vordergrund
Hinter dem Projekt steht ein Paradigmenwechsel: Während Spielerinnen und Spieler sich bislang nach Geschlecht „ihrem“ Abschlag zuordnen mussten – egal wie alt sie sind –, dreht das neue System dieses Denken um. Ab jetzt muss man seine Fähigkeiten nicht mehr dem Platz anpassen, sondern man bekommt einen Platz gestellt, der zu seinen individuellen Fähigkeiten passt.
Entscheidend für die sportliche Akzeptanz: Alle Abschläge sind geratet, sodass bei vorgabewirksamen Runden oder Stableford-Spielen eine korrekte persönliche Spielvorgabe berechnet wird. Wer also von einem vorderen Tee spielt, hat automatisch weniger Schläge vor, da der Platz einfacher ist. Besonders Anfänger profitieren davon, weil sie nun echte Chancen haben, auf regulärem Weg ein Brutto-Par oder Bogey zu spielen – ein oft entscheidender Faktor für Motivation und langfristige Bindung an den Sport.

Zweite Pilotphase startet mit 40 Golfclubs
Nach einer erfolgreichen ersten Pilotphase mit zwei teilnehmenden Anlagen startet nun die zweite
Projektphase, an der sich 40 Golfclubs aus ganz Deutschland beteiligen. Die bisherigen Erfahrungen und Rückmeldungen zeigen deutlich, dass das Projekt Platzvielfalt den Nerv der Zeit trifft. Das Projekt stößt bei Clubs wie bei Golferinnen und Golfern auf große Resonanz und wird als praxisnaher, zukunftsorientierter Ansatz wahrgenommen, um Golfplätze fairer, zugänglicher und spielgerechter zu gestalten.
Unter den teilnehmenden Golfclubs unter anderem sind der Golf Club Achim, der Golfclub Bad Rappenau, der Golfclub Büsum Dithmarschen, der Dortmunder Golfclub, der Golfclub Fränkische Schweiz, der Frankfurter Golf Club, der Golfclub Lechfeld, der Golfclub Schloss Maxlrain, der Golf- und Landclub Semlin am See, der Golfclub Schloss Teschow und der Golf Club Würzburg.

Mehr dazu unter https://www.golf.de/news/dgv-news/artikel/platzvielfalt-von-vorne-zum-erfolg.html

Quelle: DGV

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