Aus der Tristesse zur Top-Location

Malmös Wandel zur Green City
Malmös erstaunlichen Wandel von einer schmutzigen Industriestadt zu einer hypermodernen Green City konnte  Guide Marcelo seit seiner Kindheit hautnah miterleben. Und er staunt immer noch: „Aus einem tristen Ort ist in den vergangenen Jahren eine Stadt mit Optimismus geworden“, schwärmt der Anfangs-Fünfziger mit Baseball-Käppi und Drei-Tage-Bart. In den 1980er-Jahren schien die südschwedische Küstenstadt wirtschaftlich am Ende. Der Niedergang der Werftindustrie zwang Malmö, sich neu zu erfinden. Und das tat die wenige Kilometer von Kopenhagen entfernte Stadt an der dänischen Grenze rasant und in faszinierender Weise. Jetzt präsentiert sich das schwedische Malmö mit einem jungem, grünen Gesicht. Daneben bewahrt  Malmö den charmanten Reiz eines Jahrhunderte alten Städtchens mit einem pittoresken Stadtkern.

Fortschritts-Symbol „Turning Torso“ 
Das neue, fortschrittliche Malmö verkörpert der von Stararchitekt Santiago Calatrava 2005 entworfene  „Turning Torso“. Der 190 Meter hohe Wolkenkatzer schraubt sich über 54 Etagen in verdreht angeordneten Stockwerken nach oben. Der Wohn- und Büroturm ragt als  neuer Fixpunkt als weithin sichtbarer Leuchtturm über der Stadt. Der „Turning Torso“ bildet gleichzeitig den Mittelpunkt eines komplett neuen Vorzeigestadtteils im ehemaligen Westhafen („Vesträ Hamnen“). Anstelle  des Baus von Schiffen auf dem früheren Werftgelände von „Kockums“ haben sich hier völlig andere Branchen angesiedelt: statt schmutziger Schwerindustrie dominiert nun smarte Technologie  aus den Bereichen  Design, Kommunikation und IT. Gleichzeitig bietet die breite Strandzone ein attraktives Freizeitgelände. Wer schwimmen will, findet Stege und einen beaufsichtigten Bereich mit Liegeflächen. Dazu gibt es einen kleinen Hafen für Malmös Freizeitkapitäne. 
 
Jung und multikulti
Malmös Neuerfindung spiegelt der Bevölkerungsmix wider. Der ehemalige Industriestandort gilt als die am schnellsten wachsende Stadt in Schweden mit aktuell 370 000 Einwohnern. Und sie ist auch die schwedische Stadt mit der jüngsten Bevölkerung-beschleunigt durch die Ansiedlung einer Universität. Jeder zweite Bewohner von Schwedens drittgrößter Stadt ist unter 35 Jahre alt. Dazu zeigt sich Malmö multikulti mit Menschen aus fast 190 Nationen. Aus diesem Grund bietet die Küche eine riesige, internationale Vielfalt. Ein schneller Eindruck davon  lässt sich in der neuen  Markthalle „Saluhall“ gewinnen. In einem ehemaligen Güterbahnhof im Zentrum wimmelt es von Lokalen und Verkaufsständen. Ob Fisch, Pizza oder Falafel -hier gibt es alles. Guide Marcelo zeigt sich begeistert von der  Essensauswahl: „Wir haben die  größte Restaurantdichte in ganz Schweden.“ Und er sagt: „Schwedens besten Falafel gibt es in Malmö.“ Der „Guide Michelin“ als Bibel für gehobene Feinschmecker verzeichnet  mit dem „Vollmers“ sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant in Malmö. 

 Treffpunkt „Tilla Torg“
 Das „alte“ Malmö zeigt sich mit einem intakten Stadtkern von Häusern aus dem 16. Jahrhundert. „Hier gab es glücklicherweise in den 1960er-Jahren keine Bausünden“, freut sich Marcelo über die adretten Häuserfassaden. Sofort ins Auge sticht der Haupt-Marktplatz „Stortorget“ mit dem Rathaus und dem Reiterstandbild von König Karl X. Gustav. Hinter dem Rathaus ragt der spitze Turm der „Sankt Petri Kyrka“. Die Kirche präsentiert sich innen in schlichtem weiß und außen rötlich im Stil der baltischen Backsteingotik. Als Malmös beliebtester Treffpunkt gilt der ehemalige kleine Marktplatz „Tilla Torg“. Um den Brunnen in der Mitte reihen sich alte Fachwerkhäuser und davor die Außenbereiche der ab Mittag vollbesetzten Restaurants. 

„Stadt der Parks“ mit Renaissanceschloss
Von „Tilla Torg“ spaziert man in wenigen Minuten zum Park von Schloss „Malmöhus“. „Malmö ist eine Stadt der Parks“, sagt Guide Marcelo. „Die Parks sind hier das zweite Wohnzimmer.“ Der wohl schönste ist der Schlosspark, der mit dem im Stil eines Englischen Gartens angelegten „Kungsparken“ eine Einheit bildet. Das Parkgelände mit Teichen und  alten Bäumen erstreckt sich zwischen einem Casino, einer im holländischen Stil errichteten Windmühle und der Schlossanlage. Die ehemalige Festung „Malmöhus“ verströmt den Charakter einer Burg mit noch einem erhaltenen  wuchtig-runden Festungsturm. Umgrenzt ist das älteste Renaissanceschloss Skandinaviens von einem derzeit leeren Wassergraben, über den eine Zugbrücke zum Eingang führt. Im „Malmöhus“ befinden sich einige Museen wie das Stadt- und Kunstmuseum. 

Über Öresundbrücke nach Kopenhagen
 Seinen erstaunlichen Aufschwung verdankt Malmö dem Bau der um die Jahrtausendwende fertiggestellten Öresundbrücke. „Das ist die teuerste Brücke der Welt“,  weiss Guide Marcelo. „Sie hat rund 3,8 Milliarden Euro gekostet-das soll sich aber bis 2035 amortisiert haben.“ 30 000 Menschen pendeln hier täglich zwischen Schweden und  Dänemark zur Arbeit. Insgesamt fahren jeden Tag rund 80 000 Menschen über die Öresundbrücke. Durch die Brückenverbindung ist die gesamte  Öresundregion mit den Städten Kopenhagen, Malmö und Lund zu einem Wirtschaftsraum mit insgesamt 4,8 Millionen Einwohnern verknüpft. Das spektakuläre Brückenbauwerk umspannt auf rund 8 Kilometern die Ostsee. Sie dient gleichzeitig als Bahn- und Autobrücke mit einer mautpflichtigen, vierspurigen Autobahn und zwei Eisenbahngleisen.

Kopenhagens kleiner, moderner Bruder 
Durch die Nähe zu Kopenhagen muss sich Malmö immer auch dem Vergleich mit der dänischen Hauptstadt stellen. Mit dem Zug beträgt die Verbindung zwischen den beiden Städten nur 40 Minuten, der Bus braucht über die Öresundbrücke eine Stunde. Die Zeiten sind längst vorüber, zu denen Kopenhagen als der  schöne Schwan galt und Malmö als das häßliche Entlein. „Malmö ist jetzt Kopenhagens kleiner, moderner Bruder“, beschreibt Guide Marcelo die heutige Situation. „Malmö vereint das beste aus zwei Welten von einer alten Kleinstadt und einer modernen Großstadt.“

Fazit: Malmö ist unbedingt eine Entdeckung wert. Wer die touristische Boomtown Kopenhagen besucht, gelangt über die spektakuläre Öresundbrücke im Nu in die nicht minder interessante schwedische Hightech-Stadt mit ihrem faszinierenden Mix aus alt und neu.

Linktipps:
https://www.malmo.se ; https://www.visitsweden.comhttps://www.malmosaluhall.se ;
Golfen am Öresund, siehe https://reisenundgolfen.de/?set=pages&p=golf&pID=4612

Quelle: eigen

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