Vom Weltkrieg bis in den Weltraum – alles unter einer Kuppel

La Coupole in Nordfrankreich
Wer kennt den Nazi-Bunker La Coupole in Nordfrankreich? Die geheime Abschussbasis für V2-Raketen gen London ging nie in Betrieb – wurde aber zur Basis für die Raumfahrt.

In Nordfrankreich, Hauts-de-France, gibt es für Reisende viele historische Geschichten zu entdecken. Diese hier ist aber einzigartig: Nur fünf Kilometer von Saint Omer entfernt liegt nahe der Atlantikküste einer der bedeutsamsten Erinnerungsorte an den Zweiten Weltkrieg, die riesige Bunkeranlage La Coupole. Unter einer gigantischen Kuppel aus Stahlbeton hatten die Nationalsozialisten im Juli 1943 klammheimlich damit begonnen, eine unterirdische Abschussbasis für V2-Raketen zu bauen. Wissenschaftlicher Kopf war Wernher von Braun. Das Ziel der geheimen Mission: Von La Coupole aus Hunderte Raketen über den Ärmelkanal abzufeuern, das nur 250 Kilometer entfernte London in Schutt und Asche zu legen und damit den Krieg zu gewinnen.

Die Wiege der Raumfahrt
Der Plan ging Gottseidank nicht auf – aber genau hier, in Wizernes bei Saint Omer, wurde mit von Brauns gefürchteter Entwicklung zugleich die Basis gelegt für die moderne Raumfahrt, alles vereint unter einer verrückt großen Kuppel, die heute noch zu sehen ist. Kaum jemand in Deutschland weiß von diesem Kriegsrelikt und der Geschichte dahinter. Wer La Coupole besichtigt, hat viel zu entdecken. Von der tristen unterirdischen Tunnelanlage inklusive 14 Meter hohen Raketen bis hin zum hypermodernen Planetarium mit bester 3 D-Technik, das die Geschichte der V2-Raketensysteme als Grundlage für die Raumfahrt erzählt – und damit den Bogen spannt vom schrecklichen Weltkrieg bis in die Weiten des Alls.

Tunnelsystem und 55 Tausend Tonnen Stahlbeton
Beim Betreten von La Coupole dauert es höchstens ein paar Minuten, bis einen die kühle, dunkle Bunkeranlage - 40 Meter unter Kreidefelsen – in den Bann zieht. Wer mit dem Audioguide auf den Ohren in den ersten Tunnel hineinläuft, wird schlagartig in die Kriegsjahre zurückversetzt. Es ist der Baulärm, es sind die deutschen Befehle, die ins Ohr dringen und überwältigen. Von 1943 bis September 1944 mussten 1300 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter dem Befehl der deutschen Armee Tag und Nacht an diesem riesigen unterirdischen Komplex arbeiten. Im etwa 7 Kilometer tiefen Tunnelsystem sollten 500 V2-Raketen lagern, montiert, mithilfe von Schienen bewegt und betankt werden.
Zum Schutz der Baustelle gegen Luftangriffe wurde die massive Kuppel gebaut, verstärkt durch 55.000 Tonnen Stahlbeton. Die dunkle Masse aus Beton hat beeindruckende 71 Meter Durchmesser und eine Dicke von 5 Metern, wie Museumsdirektor Philippe Quest berichtet. Geplant war, von La Coupole aus zwischen 40 und 50 der V2-Raketen gleich in den ersten Tagen nach Inbetriebnahme Richtung England abzuschießen.
Doch die Anlage wurde nie fertiggestellt. Die Alliierten hatten die Aktivitäten der Nazis entdeckt und das Gebiet erstmals im März 1944 bombardiert. Bis August 1944 folgten weitere Bombenangriffe, die viel Zerstörung an der Baustelle anrichteten. Die deutsche Armee sah sich letztlich gezwungen, den Bau aufzugeben.

3 D-Planetarium mit 360 Grad Perspektive
Heute ist das Gebiet Gedenkstätte, Museum sowie Dauerausstellung zugleich – und kann noch mit einer Besonderheit aufwarten. Unter La Coupole verbirgt sich auch ein hochmodernes 360°Grad – 3D-Planetarium. Besucher können hier noch eine virtuelle Reise ins Weltall antreten, zwischen den Sternen schweben, mit der Saturn-V-Rakete zum Mond fliegen oder einen Fuß auf den Mars setzen. Denn: Die Geschichte der Bunkeranlage ist immer auch die Geschichte der V2-Raketen – und damit der Beginn der modernen Raumfahrt. Wernher von Braun schaffte es nach seiner Arbeit für die Nazis zum stellvertretenden Direktor der NASA aufzusteigen und aktiv an der ersten Mondlandungsmission mitzuwirken. Seine Entwicklung gilt als Prototyp moderner Waffen- und Raketensysteme. La Coupole habe nicht zuletzt auch das Ziel, die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Krieg zu beleuchten, um Frieden besser verstehen zu können, betont Philippe Quest.

Unser Tipp: Plant für den Besuch von La Coupole mindestens einen Tag ein. Für den Rundgang durch das Tunnelsystem, die Besichtigung der Kuppel mit der 14 Meter hohen Rakete sowie den etwa einstündigen „Rundflug“ mit 3-D-Brille durch Raum und Zeit dauert meist länger als eingeplant.

Mehr unter https://lacoupole-france.com
Mehr zu Nordfrankreich: Weitere Informationen zu Nordfrankreich unter https://www.nordfrankreich-erleben.com
St.Omer - Golfplatz in der Nähe: https://www.reisenundgolfen.de/?set=pages&p=golf&pID=4716

Quelle: eigen

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