Wie man richtig kreuzfährt, Teil 1


Tipps für Anfänger am Beispiel einer Karibik-Kreuzfahrt mit der „Carnival Sunrise“

Kreuzfahrtschiffe – was für die einen der Inbegriff von Freiheit ist, bedeutet für die anderen eingezwerchte Massenhaltung. Auch ich als bekennende Individualreisende habe mich jahrelang dagegen gesträubt und die Ozeanriesen verteufelt. Doch bei meiner letzten Floridareise wollte ich es einmal wissen und buchte eine Mini-Kreuzfahrt von fünf Nächten in die Ostkaribik mit der „Carnival Sunrise“ ab Miami. Obwohl ich im Vorfeld viel gelesen und recherchiert hatte, so war der Trip als Kreuzfahrt-Anfänger für mich eine völlig neue Erfahrung, weshalb ich meine Eindrücke gerne teile. So viel verrate ich vorneweg: Mein Fazit fällt positiv aus! Bevor es „Leinen los“ heißt, habe ich hier ein paar Tipps:

Die Wahl der Route
Auf der Suche nach der perfekten Strecke einer Kreuzfahrt bin ich auf schier endlose Möglichkeiten gestoßen. Es ist also ratsam, vorher zu überlegen, wo die Vorlieben liegen. Will man lieber die Annehmlichkeiten auf dem Schiff genießen oder viel sehen? Davon abhängig kann die Anzahl der Seetage gewählt werden. Bei mir war schnell klar, dass ich die Kreuzfahrt machen wollte, um die Karibik kennenzulernen, also suchte ich nach einer Route mit drei Landgängen und einem Seetag am Ende. Das hat auch den Vorteil, dass man, wenn man vom Seetag und den Menschen an Bord überfordert ist, am nächsten Tag das Schiff auch wieder verlässt. Bei Mini-Kreuzfahrten ab Miami gibt es beispielsweise auch eine Route nach Cozumel in Mexiko, bei der die Gäste fünf Nächte unterwegs sind, aber nur an einem Tag an Land. Meine Wahl fällt schließlich auf die „Carnival Sunrise“, da das Schiff als einzige in der Karibik nicht nur die Bahamas ansteuert, sondern auch die britischen Überseeinseln Turks and Caicos. Mit knapp 3.000 Passagieren ist dies auch ein eher kleineres Schiff, was für den Anfang als Orientierung gut ist.

Die Wahl der Kabine
Bei der Buchung wird in den meisten Fällen nicht nur eine Kabinenkategorie, sondern gleich eine spezielle Kabine ausgewählt. Viele sind also besonders bedacht darauf, die eine perfekte Kabine zu finden. Allein die Kategorien machen preislich einen Unterschied, weshalb die Prioritäten vorher klar sein sollten. Wer den ganzen Tag nur unterwegs ist oder die Aktivitäten an Bord genießt und die Kabine nur zum Schlafen nutzt, für den lohnt sich vermutlich sogar eine günstige Innenkabine. Sparfüchse, die ein bisschen was sehen wollen, freuen sich über eine Außenkabine mit Fenster (Achtung: befindet sich in der Regel auf den unteren Decks). Für mich ist direkt klar, dass nur eine teurere Balkonkabine infrage kommt, denn zum einen kann ich ein höheres Deck wählen und habe so stets eine grandiose Aussicht in meinem privaten Bereich, zum anderen ist dies der ideale Ort, um dem Trubel auf dem Schiff aus dem Weg zu gehen. Nach jedem Landgang habe ich es genossen, auf meinem kleinen privaten Balkon herunterkommen, die Eindrücke sacken zu lassen und in Ruhe die Wellen zu beobachten.

Auch abends habe ich den Tag oft noch auf dem Balkon ausklingen lassen, denn es gibt kaum etwas Friedlicheres, als in der Dunkelheit, nur vom Mond beschienen, dem sanftem Rauschen der Fahrt zuzuhören und das Gefühl zu haben, ans Ende der Welt zu schippern. Ich wähle zudem eine Kabine im hinteren Teil des Schiffes, nicht direkt an den Aufzügen, über und unter mir nur Kabinen, dennoch nahe am Pool-Deck. Bei der Wahl lohnt es sich, die Deckpläne des Schiffes zu studieren und vor allem auch zu schauen, was darüber oder darunter liegen könnte. Denn für eine Kabine über der Disco, nahe der Schiffsschrauben oder mit Blick auf die Rettungsboote möchte man sein Geld ungern anlegen. Auch ganz vorne empfiehlt es sich nicht, eine Kabine buchen, denn dort fliegt einem durch den Fahrtwind alles um die Ohren und der Balkon ist während der Fahrt praktisch nicht nutzbar.

Die Wahl der Getränkepakete
Ich kann hier nur von amerikanischen Kreuzfahrten sprechen, aber bei der Carnival-Flotte sind die meisten Getränke an Bord nicht inklusive. Wer viel trinken möchte und sowieso die meiste Zeit an Bord bleibt, für den lohnt sich das „all inclusive special“ für 60 Dollar pro Person und pro Tag. Da ich jeden Tag einen Ausflug machen wollte und nur abends sowie am Seetag an Bord war, rentiert sich dieses Getränke-Paket für mich nicht. Wenig kundenfreundlich finde ich, dass das Special am Landgang, wo man eine Privatinsel der Reederei besucht, ebenfalls nicht gilt, sondern wirklich ausschließlich auf dem Schiff. Stattdessen gönne ich mir das, was ich will, mal eine Cola (3 Dollar), mal einen Cocktail (11 Dollar), mal ein Bier (8 Dollar) und komme nie auf die beim all inclusive geforderten 60 Dollar pro Tag. Gratis gibt es hingegen für jeden Gast zu jeder Tageszeit Wasser (leider schmeckte es oft nach Chlor), Limonade und Kaffee. Kleiner Tipp am Rande: Auf dem Carnival-Schiffen darf man pro Gast eine Weinflasche an Bord nehmen und es gibt einem Kühlschrank in der Kabine. Bier an Bord zu bringen ist hingegen nicht erlaubt.

Achtung: Auf Carnival-Kreuzfahrten kommt zusätzlich zum bezahlten Preis noch eine „gratuity“ hinzu (rund 16 Dollar pro Person und pro Nacht). Dieses Trinkgeld kommt dem Personal an Bord für Service, Zimmerreinigung oder Animation zugute und wird am Ende der Kreuzfahrt automatisch abgebucht. Wird die Schiffsreise in Deutschland, bzw. über deutsche Veranstalter gebucht, entfällt die Zahlung der Graduity.
Der zweite Teil folgt nächste Woche.

Quelle: eigen

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