Wo Werbesprüche Wirklichkeit werden

Das Kräuterparadies liegt im Allgäu

„Würzige Bergluft“, das ist keine Erfindung der Tourismus oder Käse-Werbung, im Allgäu gibt es sie wirklich. Besonders um diese Jahreszeit duftet es überall nach frischem Gras, nach Blüten und Kräutern. Das Allgäu ist das Kräuterland Nummer eins in Deutschland und das Angebot reicht von Kräuter- und Heuhotels über Kräutergärten, Kräuterwanderungen, Kräuter-Seminare bis hin zu Kräuterhöfen.

Brennesselspätzle und Heusüppchen 
Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tau weg getrocknet haben, nimmt Lothar Schwenken im Berghotel Sonnenklause in Hinang im Oberallgäu, einen Korb und eine Schere zur Hand und macht sich daran, seine Kräuter zu ernten. Der Küchenchef beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Wildkräuter in der Küche. Erstaunlich, denn Lothar stammt aus Belgien und hatte mit Kräutern und Wiesen nichts am Hut. Die Liebe zu einer Allgäuerin hat ihm wohl auch die Liebe zu den würzigen Kräutern dieser Gegend eingehaucht. Er atmet erst einmal tief durch und genießt die gute Luft. Der Blick schweift über die Oberallgäuer Berge, denn die Sonnenklause befindet sich auf 1100 Meter Höhe.

Dann, Schnipp-Schnapp wandern Brennnesseln, Schafgarben, Kapuzinerkresse, Giersch, Dost und Spitzwegerich in seinen Korb, genauso wie Salbei, Thymian, Rosmarin, Dill, Petersilie und andere Küchenkräuter, was die Jahreszeit eben hergibt und was rund ums Haus wächst. Der Koch aus Belgien hat das alles in jahrelanger Kleinarbeit gepflanzt, gehegt und gepflegt. Manches sammelt er auch im großen Stil: Im Frühjahr Bärlauch, dann Holunder-Blüten, später erntet er Beeren und Früchte, einfach alles, was in der Region gedeiht. Daraus entstehen Pestos, Sirupe, Gelees und Marmeladen, Liköre, Kräuteröle und Salze. Bei dieser heimischen Fülle verzichtet er schon seit Jahren gerne auf exotische Früchte und Gewürze.

Frische Kräuter spielen die Hauptrolle in seiner Küche. Sie werden verarbeitet zu Brennnesselspätzle, Wildkräutersalaten, Kräutersaucen, sogar Wildkräuter-Bratwürste lässt er nach eigenem Rezept beim heimischen Metzger herstellen. Und wenn man Glück hat, gibt es dazu original belgische Pommes, allerdings in Allgäuer Rinderfett frittiert. Jede Woche kreiert er für seine Hausgäste ein Kräutermenü und lässt sie gerne auch an seinem Kräuterwissen teilhaben. Der Kräutergarten ist aber auch Wohlfühloase für die Gäste und für Erfrischung sorgt der Swimmingpool, der mit eigenem Quellwasser gespeist wird.

Heu und Kräuterküche im Dorf Wirtshaus
Als Heu-und Kräuterwirt, hat sich auch Axel Kulmus im Landgasthof Rössle in Stiefenhofen einen Namen gemacht. Schon in den 1990ziger Jahren peppte er seine Wirtshausküche auf und servierte Heusüppchen und Bärlauchpesto.  Semmelknödel mit Wiesenkräutern oder Kalbsbäckchen, die im Heusud gegart werden, gehören seither zu seinen Klassikern. Das Thema Kräuter zieht sich durch das ganze Haus bis hin zu den Gästezimmern. Aber auch wenn man im Biergarten wie in einem Kräuterparadies sitzt, bleibt das Rössle doch auch immer noch ein Dorfgasthof. In den historischen Stuben gibt es den Schweinebraten auch ganz ohne Heu. Axel Kulmus ist zweifellos ein Pionier der Allgäuer Heu-und Kräuterküche, denn er gründete mit seinem damaligen Nachbarn Tilman Schlosser zusammen den Verein Allgäuer Kräuterland, „damit das Allgäu bunter wird und damit altes Brauchtum und Wissen erhalten bleibt“.

Zaubergärten mit selbstgemachten Limonaden
Was Tilman Schlosser begann, führen heute seine Söhne fort: den Artemisia Kräutergarten in Hopfen. Artemisia ist allerdings weit mehr als ein Garten. Immer der Nase nach findet man hier Duft und Gewürzkräuter, Kräuter zum Räuchern, mediterrane Kräuter, seltene Kräuter, Heilkräuter, aber auch Stauden und Gemüsepflanzen. Das Hofcafé verwöhnt mit Kaffee und Kuchen, selbst gemachten Limonaden, veganen und vegetarischen Gerichten und ist gleichzeitig ein Naturkost- und Buchladen. Hier gibt es von selbstgemachten Tees und Kräutermischungen, Kräutersalzen- Ölen- und Tinkturen bis hin zur passenden Literatur, alles, was Kräuterfans interessiert. Außerdem wird in Seminaren und Vorträgen neues und altes Kräuterwissen vermittelt. Aber nicht nur dem Kräutergarten-Gründer Tilman Schlosser ist es zu verdanken, dass sich das Allgäu zu einem Kräuterparadies entwickelt hat. Überall sind fleißige Gärtnerinnen, Bäuerinnen und Kräuterhexen am Werk hegen und pflegen ihre Gärten und Kräuterwiesen, vermitteln ihr Wissen und sorgen dafür, dass das Allgäu duftet und blüht.
Weitere Informationen:
https://www.sonnenklause.de/de-DE
https://www.roessle.net/
https://www.artemisia.de
http://https://www.allgaeu-kraeuterland.de/

Quelle: Eigen

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