Von Baumwoll-Baronen, Sklavenhandel und prächtigen Südstaaten-Villen

Natchez am Mississippi
Vergiss das überfüllte New Orleans. Fahr lieber drei Autostunden weiter gen Norden, ins weniger bekannte, aber architektonisch wie historisch viel reizvollere Natchez, direkt am Mississippi gelegen. Schon bei der Einfahrt in das beschauliche Städtchen können wir uns dem umwerfenden Südstaaten-Flair nicht entziehen. Dort, wo sich 1716 französische Truppen am Mississippi-Hochufer niederließen und Baumwollbarone schon bald mithilfe ihrer Sklaven zu Reichtum kamen, reiht sich heute noch Villa an Villa, Herrensitz an Herrensitz - einer prächtiger und schöner als der andere, umringt von Parks und duftenden Magnolienbäumen. Wer das opulente Südstaaten-TV-Epos „Fackeln im Sturm“ gesehen hat, fühlt sich in Natchez schlagartig in die Vergangenheit versetzt – und hat sofort Bilder des Konföderierten-Helds Patrick Swayze im Kopf, der für den Erhalt der Sklaverei in den Krieg zieht.

Stanton Hall – Drehort für „Fackeln im Sturm“
Tatsächlich wurden die Innenaufnahmen der Serie um Freundschaft und Verrat im Sezessionskrieg in einem der schönsten Anwesen von Natchez gedreht, in Stanton Hall. Die weiße Prachtvilla des wohlhabenden Baumwollhändlers Frederick Stanton steht an der High Street und gehört zu den etwa 500 grandiosen Herrenhäusern der Antebellum-Architektur von Natchez, also der typischen Bauweise in der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Nirgends sonst in Amerika stehen so viele bestens erhaltene, historische Südstaaten-Villen an einem Ort. Die Baumwollbarone, Holz- und Sklavenhändler hatten das kleine Natchez am Mississippi bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur reichsten Stadt der Nation gemacht. Auf Raddampfern verschifften sie damals ihre Waren. Und gaben ihr Geld für Prachtbauten aus. Als absehbar war, dass die Südstaaten den Sezessionskrieg (von 1861 bis 1865) nicht gewinnen konnten, gaben sie ihre Stadt kampflos auf. So gut wie alle Anwesen blieben unzerstört.

Natchez gilt heute als ein Juwel der Antebellum-Architektur der Südstaaten. In vielen der liebevoll renovierten Villen leben Familien. Andere werden an Touristen vermietet oder bieten Bed & Breakfast-Service an, übrigens ein Muss für alle, die länger in der Stadt bleiben und stilvoll übernachten wollen. Gut sieben der berühmtesten, größten Anwesen wie Stanton Hall oder Magnolia Hall sind als kleine Museen erhalten und heißen Besucher willkommen. Wir haben uns Rosalie Mansion angeschaut, ein beeindruckendes Herrenhaus mit original Möbeln aus der Vorkriegszeit, auf einer Anhöhe am Flussufer gebaut, fantastischer Blick auf den Mississippi inklusive (https://www.rosaliemansion.com). Jedes Wochenende kommen bis zu 200 Besucher, meist Gäste der Mississippi-Flusskreuzfahrtschiffe – allein um Rosalie Mansion und seine Gärten zu erleben.

Sklavenhandel am Forks of the Road
Mit seiner dunklen, schmerzhaften Vergangenheit geht der Ort weniger offensiv um. Natchez war einmal ein wichtiges Zentrum des Sklavenhandels in den USA. Wer etwas über das Leid all der Sklaven erfahren will, die den Aufstieg und das opulente Leben der Plantagenbesitzer erst möglich gemacht hatten, muss zum „Forks of the Road“ Platz in der Catherine Street gehen. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein unscheinbarer, begrünter Bolzplatz, war von 1833 bis 1863 ein florierender Markt für Sklaven, der zweitgrößte in ganz Amerika, gleich hinter New Orleans. Hier wurden aus Afrika „importierte“ Menschen in Ketten feilgeboten und gehandelt wie Vieh. Auf Schautafeln ist ihre Geschichte und so manches schreckliche Einzelschicksal verewigt.

Po‘Boys auf die Hand
Und warum heißt Natchez eigentlich ganz unamerikanisch Natchez? Weil die Indianer es einmal so nannten. Und weil der Mississippi die Lebensader der kleinen Stadt war und heute noch ist, zählt ein Spaziergang entlang des Ufers zu den Highlights. Dort legen auch die Flusskreuzfahrtschiffe an. Am besten, man besorgt sich vorher noch einen schnellen Po’Boy auf die Hand bei Wardo’s, einem kleinen Imbissladen in der Broadway Street, direkt gegenüber des Flusses. Wer die Leckerei noch nicht kennt: Po’Boys sind dick belegte, heiße Sandwiches der Cajun-Küche von New Orleans. Ein langes, weiches „French Bread“ wird dabei mit allem gefüllt, was die lokale Küche so hergibt, ob mit Hühnchenfleisch, Roastbeef, fritittiertem Fisch, mit Shrimps und auch Austern. Natürlich immer eingebettet in scharfe Sauce, Mayo, saure Gurken, Salat, Tomaten, Peperoni….. Wardo’s hat sich auf Po’Boys mit mariniertem Catfisch, Austern oder frittierten Garnelen spezialisiert. Alles herrlich warm und am Ende noch mit flüssiger Butter beträufelt. Der kalorienreiche Snack zum Lunch ist zwischen 8 und 15 Dollar zu kriegen, je nach Größe und Belag. Weil der Imbiss früher recht billig war, entstand die slangartige Kurzform für „poor boy“, also armer Junge.

Und noch ein Tipp: Direkt am Ufer lässt es sich hervorragend übernachten bei Gail Guido. Wer in einem der hübschen Apartments der Rivers Edge Suites ( https://riveredgesuite.com ) im historischen Lagerhaus an der Silver Street eincheckt, hat einen grandiosen Blick auf den Mississippi, romantischer Sonnenuntergang inklusive.

Mehr unter https://visitnatchez.org
Golfen in Natchez unter https://reisenundgolfen.de/?set=pages&p=golf&pID=4086
Mehr zu Mississippi unter https://visitmississippi.org

Quelle: eigen

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