Zivjeli, Montenegro!

Von der Riviera bis zu den schwarzen Bergen
Das Land der schwarzen Berge wacht langsam auf aus seinem Dornröschenschlaf. In den Küstenorten herrscht im Sommer zwar längst Hochbetrieb. Doch in den mittleren und nördlichen Regionen des kleinen Balkanstaates mit gerade mal 625.000 Einwohnern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Hier gelten noch die alten Traditionen, zu denen auch die Gastfreundschaft gehört. Wer vorbei kommt, wird mit einem hochprozentigen Hausbrannt begrüßt. Prost! Oder besser Zivjeli!! Ein Wort, das man in Montenegro öfter zu hören bekommt.

Im Rhythmus der Natur
An der montenegrinischen Riviera über der Boka Kotorska betreibt Giselle Markovic mit ihrem Partner Nenad Obradovic eine kleine Landwirtschaft. Vor zwanzig Jahren hat die studierte Musikerin dem Trubel ihrer Heimatstadt Belgrad den Rücken gekehrt, um mit ihrem Partner im Rhythmus der Natur an der montenegrinischen Küste zu leben. Über der Bucht von Kotor mit Blick über die fjordähnlichen Meeresarme haben sie ihren „Pony Art Garden“ gegründet. Die Ponies, die sich mit einigen Eseln ein kleines Gehege teilen, haben den Namen des Anwesens geprägt, zu dem Obst- und Olivenbäume und verschiedene Gemüsebeete gehören.
Wenn die Felder bestellt und die Ernte eingebracht ist, steht der Ponyhof Feriengästen offen. Oder man kommt sonntags zum Brunch mit Jazzmusik vorbei. Während die Mama eine Vielfalt an Gaumengenüssen aus den eigenen Erzeugnissen zubereitet, sorgt Giselle mit ihrer kleinen Jazzband für musikalische Stimmung. Vorab gibt es eine Kostprobe der hausgebrannten Schnäpse. Der traditionelle Rakija tritt dabei zwischen exotischen Sorten wie Salbei- oder Erdbeerschnaps komplett in den Hintergrund. „Erdbeerbäume gibt es nur hier in Montenegro“, sagt Nenad und erhebt das Glas. Zivjeli!

Mit dem Schiff in die Bucht von Kotor
Ein gemütlicher Wanderweg führt hinunter nach Herceg Novi, die „Neue Stadt des Herzogs“. Der Dichterfürst Montenegros, Petar II., hat dem Küstenort an der Bucht von Kotor huldvolle Verse gewidmet. 1979 ist die Zitadelle, das einstige Wahrzeichen der Stadt, dem verheerenden Erdbeben zum Opfer gefallen, von dem die gesamte Küste betroffen war. Mit dem Boot geht es nach Porto Novi. Von Bergen umrahmt wurde der Ort an der engsten Stelle der Inneren Bucht von Kotor zur Jugoslawienzeit als Marinestützpunkt genutzt. Nach der Wiedervereinigung verlor das Städtchen seine Bedeutung. Zwischenzeitlich haben Investoren den Wert der prädestinierten Lage erkannt und den Küstenort zu einer Destination für den internationalen Jetset mit schicken Hotels, edlen Spa-Refugien, Luxusboutiquen, Restaurants, Beachclubs und Marinas umgewandelt, in denen protzige Yachten ankern.

Spuren der Vergangenheit
Die Spuren, zumindest der jüngeren Vergangenheit, sind damit beseitigt. Indessen findet man in mehreren Orten entlang der Küstenstraße Spuren vergangener Jahrhunderte und der jeweiligen Eroberer. Neben Osmanen und Venezianern, Spaniern und Österreichern haben sich einst auch Piratenclans den Platz an der montenegrinischen Adriaküste erkämpft. Bis zu den Illyrern vor 2500 Jahren weisen die ausgestellten Funde im Altstadt-Museum in Budva zurück. Der Küstenort mit seiner beschaulichen Altstadt und den schönen Stränden gehört zu den beliebtesten Ferienorten. Nach Sonnenuntergang ist hier Party und Nightlife angesagt. In den neueren Stadtteilen Budvas ist seit der Unabhängigkeit von Serbien 2006 ein wahrer Bauboom ausgebrochen. Ein Mekka für Spekulanten und Intriganten.

Die Hauptstadt des einstigen Königreichs
Beinahe wäre auch die Saline von Ulcinj, ein ehemaliger Staatsbetrieb zwischen der montenegrinischen und albanischen Adriaküste, Investoren zum Opfer gefallen. Zum Glück konnte die geplante Hotel- und Freizeit-Destination noch gestoppt und das weitreichende Schutzgebiet als Lebensraum für seltene Vogelarten erhalten werden. Vorbei an der neuen Hauptstadt Podgorica geht es nach Cetinj, der alten Metropole. Im Gegensatz zum dicht besiedelten Podgorica, wo ein Drittel der Einwohner Montenegros lebt, leidet Citinj an kontinuierlichem Einwohnerschwund. Kaum mehr vorstellbar, dass Montenegro vor 114 Jahren in dem landschaftlich reizvoll gelegenen Städtchen zum Königreich ernannt wurde.

Daran erinnert nur noch der Königspalast nebst den herrschaftlichen Gründerzeitvillen, die König Nikolas einst für die Botschafter mehrerer Länder bauen ließ. In einigen der Prachtbauten sind heute Museen untergebracht. Im nördlichen Kolasin am Rande des Nationalparks Biogradska Gora beginnt die alpine Stufe Montenegros. In der rauen Berglandschaft mit ihren hohen Gipfeln und tiefen Schluchten wie der Tara-Schlucht, eine der tiefsten weltweit, wird inzwischen kräftig in den Bergtourismus investiert. Doch noch bestimmt das traditionelle Leben der Bergbauern in den verstreuten Dörfern den Rhythmus. Auch die Gastfreundschaft gehört dazu. Voller Stolz tischen die Bauersfrauen ihren selbstgemachten Käse und den Njegusi-Schinken auf, wenn Gäste kommen. Zuerst wird aber ein selbstgebrannter Rakija eingeschenkt. Zivjeli!

Seit Juni kann man von München nach Podgorica fliegen: https://www.airmontenegro.com
Hotel in Budva: Hotel Avala Resort
https://avala-resort-villas.hotels-budva.com/de
Hotel in Kolasin: Swissotel Resort Kolasin https://all.accor.com/hotel/B949/index.de.shtml
Weitere Informationen unter https://www.portonovi.com

Quelle: eigen

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